Das Leben vor der Tür der deutschen Gesellschaft - Die unendliche Geschichte einer gescheiterten Reform - Viele Kulturen - eine Zukunft - Interkulturelle Erziehung als Konzept der Bildungspolitik - Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus in Deutschland - Der Beitrag der Einwandererbevölkerung wird ignoriert - Ein Leben im Wohlstand-Ghetto ist perspektivlos - Die Deutschlandtürken als das vermeintliche Problem - Die Europäische Union und die Türkei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2005
Skeptisch betrachtet Stefan Luft diesen Versuch einer Bilanzierung der deutsche Integrationspolitik, die der Politikwissenschaftler und Bundesvorsitzende der "Türkischen Gemeinde in Deutschland" Hakki Keskin vorgelegt hat. Den von Keskin behaupteten kausalen Zusammenhang von Verleihung der Staatsangehörigkeit und erfolgreicher Integration hält Luft mit Blick auf die Erfahrungen in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden für überaus fraglich. Deren Staatsangehörigkeitspolitik weise nämlich trotz massenhafter Einbürgerungen eine deutlich schlechtere Integrationsbilanz auf als Deutschland. Hinter Keskins Plädoyer für eine generelle Hinnahme der doppelten Staatsangehörigkeit sieht Luft vor allem emotionale Gründe. Keskins Ansicht, "assimilieren" stehe eigentlich für "germanisieren" und sei damit abzulehnen, mag Luft nicht teilen. Er vermisst eine Auseinandersetzung mit soziologischen Theorien der strukturellen Assimilation. Auch kann er in Keskins kritischer Diskussion transnational agierender Konzerne im Zeitalter der Globalisierung im dritten Teil des Buches keinen Beitrag zu mehr Verständnis für die Integrationsprobleme in Deutschland erkennen. Insgesamt hält er dem Autor vor, "ohne jede Selbstkritik" zu agieren. Mit dem Buch wurde nach Ansicht Lufts eine "Chance vertan".
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