Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Das Altern der Bevölkerung gilt als zentrales gesellschaftliches Problem der Zukunft. In seinem neuen Buch zeigt der bekannte Sozialwissenschaftler Franz-Xaver Kaufmann, daß diese These falsch ist: Nicht das Altern der Bevölkerung ist das Problem, sondern deren Rückgang. Es werden zu wenig Kinder in Deutschland geboren, und dieser Mangel läßt sich auch nicht durch Zuwanderung beheben. Diesen lang tabuisierten Aspekt des demographischen Wandels rückt Kaufmann ins Zentrum seiner Untersuchung und zeigt die Zusammenhänge zwischen demographischer, wirtschaftlicher und sozialer Stagnation auf. Solange die deutsche Politik sich der Bevölkerungsentwicklung nur fatalistisch anpaßt, werden sich die wirtschaftlichen und sozialen Probleme langfristig verschärfen und die Zukunftsperspektiven in den kommenden Jahrzehnten weiter verdüstern.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.01.2006
Richtiggehend befeuert wirkt Matthias Arning nach der Lektüre von Franz-Xaver Kaufmanns "fulminanter" Studie über die "Schrumpfende Gesellschaft". Kaufmann, der dem Rezensenten schon in früheren Veröffentlichungen durch sein "feines Gespür" für gesellschaftliche Großprozesse aufgefallen ist, hält nicht das Altern, sondern den Rückgang der Bevölkerung für das Hauptproblem hierzulande. Dabei besteche der Soziologe durch einen "präzisen" Stil und die politische Unabhängigkeit, lobt Arning, der diesen "überaus lesenswerten" Text für geeignet hält, die verfahrene Diskussion neu zu beleben. Auffallend seien Kaufmanns "große Freude an Zuspitzungen", die hier aber keine unzulässigen Übertreibungen, sondern "weittragende" Thesen zeitigen, wie jene, dass das 21. Jahrhundert durch den Streit der Generationen bestimmt werden wird. Wo man auch hinsieht in dieser hymnischen Besprechung: nur Lob und Anerkennung für Kaufmanns "analytische Kraft" und die "definitorische Wirkungsmacht" seiner Begrifflichkeiten.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.10.2005
Zwar attestiert Kersten Knipp dem Soziologen und Demografen Franz-Xaver Kaufmann einen "dezidiert nüchternen" Stil. Doch die Szenarien, die der Autor in seiner Studie über die Folgen einer demographisch alternden Gesellschaft beschreibt, erscheinen dem Rezensenten "dramatisch genug". Wie Knipp berichtet, wird das Ausbleiben von Nachwuchs äußert negative Folgen für die Wirtschaft nach sich ziehen und damit verbunden zu einer Verschärfung der Verteilungskonflikte führen, von den menschlichen Folgen wie etwa der Vereinsamung der Alten ganz zu schweigen. Kaufmanns Studie zeige nicht nur, dass der Entscheidung, Kinder zu kriegen, auch ganz andere Faktoren als nur persönliche zugrunde liegen, sondern auch, dass diese Entscheidung Folgen hat, die weit über den privaten Bereich hinausgehen. Mit Zustimmung quittiert Knipp die Analysen des Autors, wonach die Politik viel zu wenig tut, um diese Entscheidung zu beeinflussen. Kaufmann spreche hier von "strukturellen Rücksichtslosigkeiten" gegenüber Eltern wie mangelnde Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, unterschiedliche Besteuerung von Konsum und Ersparnissen oder die Gewichtsverlagerung von der Einkommenssteuer hin zu indirekten Belastungen wie Mehrwertsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen. Knipp hält fest, dass viele von Kaufmanns Vorschlägen, den demographische Rückgang zu mildern, derzeit noch weit davon entfernt sind, realisiert zu werden. "Und doch scheinen sie unumgänglich zu sein", resümiert der Rezensent. "Kommen nicht bald mehr Kinder auf die Welt, dürften Länder wie Deutschland auf die Dauer kaum wiederzuerkennen sein."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.09.2005
Susanne Mayer hat mehrere Bücher zum Problem des Geburtenrückgangs gelesen und möchte gerne "Lektüretipps für Politiker" weitergeben. Das Buch des Soziologen Franz-Xaver Kaufmann, in dem der Autor die demografische Entwicklung skizziert und die Folgen der schwindenden Geburten aufzeigt, ist ein ideales "Nachschlagewerk" für die, die in der aktuellen Debatte mitreden wollen, betont die Rezensentin. Es versammelt ihrer Meinung nicht nur alle wichtigen Zahlen und Fakten, sondern untersucht auch die in der Diskussion um die Kinderlosigkeit der Deutschen verwendeten gängigen Begriffe wie "alternde Gesellschaft" oder "Geburtenrate" auf ihre "weichen Ränder", so Mayer angetan. Kaufmanns Buch bietet Antworten auf drängende Fragen, gleichzeitig aber fordert es auch zum "Selberdenken" heraus, worin der "größte Charme" der Studie liegt, wie die Rezensentin findet. Es handelt sich um ein "wissenschaftliches Buch", das zur "politischen Handlung" herausfordert, bemerkt die Rezensentin, die sich wünschen würde, dass diese "leisen" Vorschläge des Autors zur Lösung der Probleme in der politischen Welt Gehör finden.
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