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Jacques Derrida
Leben ist Überleben
Klappentext
Herausgegeben von Peter Engelmann. Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek. Im August 2004 erschien in Le Monde ein ausführliches Gespräch mit Jacques Derrida, das in seiner Thematik wie im ganzen Duktus auch eine Art testamentarischen Charakter besaß. In dem Gespräch gesteht Jacques Derrida gleich zu Beginn sein persönliches Ringen mit zwei klassischen Topoi der Philosophie und ihrer Aufgabe, indem er sowohl sagt: Ich habe niemals leben-gelernt, als auch: Ich habe nicht gelernt, den Tod zu akzeptieren. Reflexionen über die Figuren der Generation, der Treue und des Erbes kreisen immer wieder um den zentralen Begriff des Überlebens, das nicht zum Leben oder Sterben hinzutritt, sondern etwas Ursprüngliches ist (Leben ist Überleben) und letztlich sogar als das Leben in seiner größtmöglichen Intensität bezeichnet werden kann. In Auseinandersetzung mit aktuellen geopolitischen Themen, die auch mit einer neuen Verantwortung Europas verbunden sind, sowie in der erklärten Leidenschaft für die Sprache erweist sich Derrida erneut als vehementer Verteidiger der Komplexität und des Aporetischen gerade auch in den medialen Diskursen, als Verteidiger eines unbestechlichen Ethos des Schreibens und Denkens.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.09.2005
Beeindruckend findet Markus Meßling dieses Gespräch, das der Pariser Journalist Jean Birnbaum mit dem bereits vom Krebs gezeichneten Jacques Derrida im Frühjahr 2004 führte. Es handelt sich um die letzte veröffentlichte Stellungnahme des großen Denkers, die zur Freude Meßlings nun in einer "gelungenen Übersetzung" vorliegt. Er hält dieses Gespräch nicht nur wegen seines testamentarischen Charakters für "bedeutsam", sondern auch, weil es dem Leser noch einmal "gut verständliche Spuren" Elemente aus Derridas Philosophie darlegt." Fast ein wenig erstaunt ist Meßling von der "beinahe nüchternen Klarheit", die "der Meister der Komplexität" hier an den Tag legt. Dabei bleibe keines der großen Themen des Philosophen ausgespart: Tod und (Über-)Leben, Schrift und Identität, Sprache und Fremdheit, Macht und Gerechtigkeit, Bildung und Europa. Die Annahme, sein Projekt der Dekonstruktion sei ein Programm der ethischen und weltanschaulichen Beliebigkeit gewesen, erweise sich auch hier als grotesk, befindet der Rezensent. "Kurz vor seinem Tod schreibt sich Derrida noch einmal ein in das aufklärerische Projekt der Freiheit des Menschen."
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