Die politische Kultur der Alten Welt in einer breit angelegten Gesamtschau. Von den Griechen und ihrer Entdeckung von Politik und Demokratie über die Römer und die christliche Welt bis zur Gegenwart, die vom Kampf um Menschenrechte und dem Totalitarismus zugleich gezeichnet ist, wird das ganze Spektrum des Politischen Denkens vorgestellt. Das Mittelalter im Widerstreit zwischen geistlicher und weltlicher Macht. Welche Konzepte entwarfen die großen Denker wie Augustinus, John of Salisbury, Thomas von Aquin und Nikolaus von Kues? Welche Vorstellungen sind charakteristisch für die Staufer-Zeit und welche für die politische Philosophie des Islam? Die umfassende Darstellung ruht auf breiter Quellenbasis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2005
Bemerkenswert findet Rezensent Peter Nitschke diese Geschichte politischer Ideen im Mittelalter, die der Münchener Politikwissenschaftler Henning Ottmann vorgelegt hat. Er begrüßt insbesondere, dass sich Ottmann nicht nur Texte vornimmt, in denen ein Politik-Begriff im Titel vorkommt, sondern einen Blick auf auch andere Textsorten, etwa aus der Dichtung, wirft, und zum Beispiel Dante und Walther von der Vogelweide zu Wort kommen lässt. Nitschke merkt freilich auch an, dass sich Ottmann letztlich doch an Altbewährtem - den philosophischen Ideen - orientiert. Hier stelle Ottmann die klassischen Prinzipien des Politischen, wie die Macht, die Gerechtigkeit, das gute Tun, auf ihrem Weg durch die Jahrhunderte vor. Seine Darstellung lobt Nitschke als derart "sprachlich geschliffen", dass die Lektüre sowohl für den Fachmann als auch für den Laien zum Genuss werde. Als "ergiebig" erachtet er vor allem die Ausführungen über islamische Autoren wie Al-Farabi oder Avicenna. "Die systematische Aufmerksamkeit, die Ottmann diesem Teil der mittelalterlichen politischen Denkkultur erweist", urteilt der Rezensent, "ist vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen von programmatischem Wert".
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