Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafe von George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George den Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Trotz vieler Missverständnisse kommen sie der Menschenwelt mit ihrer Schafslogik nach und nach auf die Schliche und verfolgen unerbittlich die Spur des Täters. Zwischen Weide und Dorfkirche, Steilklippen und Schäferwagen warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde, bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären ...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.03.2006
Warum nur verkauft sich Leonie Swanns "Glennkill" so gut, fragt sich Ursula März. Die Sprache der kriminalistisch tätigen Schafherde ist simpel, "reell wie eine Grasmahlzeit". Tiefgang ebenfalls Fehlanzeige, nur die "infantile Liebheit" im unterhaltungstechnischen Sinne fällt der Rezensentin auf. Der Erfolg des Romans müsse also an den Protagonisten liegen, an den Schafen, die März kurzerhand zum "idealen Personal" eines Romans erklärt. "Die Geschichte des modernen Romans läuft quasi zwangsläufig auf Schafe zu!", konstatiert sie bissig und bezeichnet die Geschichte um die detektivischen Paarhufer, die ihren Hirten überleben, schließlich mit einem nicht kleinen Schuss Ironie als "literarische Utopie vom Feinsten".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2006
Verena Mayer fragt sich, wie wohl so ein Krimi um ein irisches Schaf "Miss Maple", das den Mord an seinem Hirten aufklären will, zustande kommt und imaginiert ein fiktives Gespräch zwischen einer Literaturagentin und einer angehenden jungen Autorin, das Aufschluss geben könnte. Denn niedliche Schafe, treuherzige Beobachtungen der Tiere in der Menschenwelt und skurrile Einfälle können ihrer Meinung nach nur aus Kalkül auf einen gewinnträchtigen Bestseller zu diesem Buch zusammengekommen sein. Alles was eine breite Leserschaft anlocken könnte, scheint versammelt zu sein, und die Rezensentin kann dieser Mischung aus Versatzstücken von Erfolg versprechenden Zutaten offenbar rein gar nichts abgewinnen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2006
Der Schäfer ist tot, und die Schafe übernehmen den Fall, laute der gelungene Schachzug in Leonie Swanns erstem Kriminalroman, protokolliert Rezensentin Annette Zerpner. Als "klügste Schafe" täten sich insbesondere "Miss Maple" und der "kühne schwarze Widder Othello" hervor und en passant lieferten Swanns wollige Helden, so die Rezensentin, bei ihrer Aufklärungsarbeit auch eine ethnologische Fremddarstellung der Untergattung Mensch und ihrer "Vorurteile" den Schafen gegenüber. In diesem Krimi bestehe beinahe alles in Wolle gepackt, "gruselige Legenden" bis hin zu "Weltdeutungsversuchen" oder dem "wissenschaftlich" nachweisbaren guten Gedächtnis der Schafe. Solcherart "gut unterhalten" erzählt die Rezensentin auch ihrerseits von einem Wolf im Schafspelz. Die in Schottland weidende Autorin heiße im nichtfiktiven Raum gar nicht Swann und sei eine Literaturwissenschaftlerin aus Berlin.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.08.2005
"Richtig spannend" findet Kolja Mensing Leonie Swanns Debüt nicht, "eher lustig". Dass Swann aber Abwechslung in das Genre der Tierkrimis bringt, indem sie mal nicht Katzen, sondern Schafe mit der Aufklärung einer Gewalttat betraut, rechnet Mensing ihr hoch an. Unter Leitung der klugen Miss Maple forschen die Wiederkäuer aus Glenkill nach, wer ihren Schäfer umgebracht hat. Durch die Vorleseabende, die ihr Hüter für sie veranstaltete, kennen sie sich mit den menschlichen Regungen schon ein wenig aus. "Am meisten Spaß" hat Mensing aber mit den "wilden" literarischen Anspielungen Swanns. Miss Maple ist eine Hommage an Agatha Christies Meisterdetektivin, und der Widder Othello ist natürlich schwarz.
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