Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dubravka Ugresic

Das Ministerium der Schmerzen

Roman

Cover: Das Ministerium der Schmerzen

Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN-10 3827005620
ISBN-13 9783827005625
Gebunden, 320 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Kroatischen von Barbara Antkowiak und Mirjana und Klaus Wittmann. Die junge Literaturwissenschaftlerin Tanja Lucic muss ihre Heimatstadt Zagreb wegen des Krieges verlassen und landet - nach einem kurzen Umweg über Berlin - als Dozentin für "serbo-kroatische Literatur" an der Amsterdamer Universität. Ihre Studenten sind kaum jünger als sie und stammen aus allen Teilen des ehemaligen Jugoslawien. Sie haben sich an der Universität immatrikuliert, um eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, nebenbei jobben sie als Straßenmusiker, Servier- und Putzkräfte oder für eine Zuliefererfirma der S&M-Ladenkette "Das Ministerium der Schmerzen". Tanja entschließt sich, in ihrem Seminar das "jugonostalgische" Experiment einer "Katalogisierung" des exjugoslawischen Alltags zu wagen. Es scheint erfolgreich zu sein, die ehemaligen Kompatrioten werden sehr bald zu einer verschworenen Gemeinschaft und tragen zunehmend begeistert ihre bittersüßen Erinnerungen an Kindheit, Sprache, Elternhaus, Schule, Lektüre, Tanzunterricht, Ferienerlebnisse, Essgewohnheiten, Einkaufs- und Schmuggelreisen nach Triest zusammen. Doch bald muss sich jeder Einzelne von ihnen die Frage stellen, was von seinem zerbrochenen Leben noch zu retten ist.

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2006

Seit ihrem 1999 erschienenen Buch "Das Museum der bedingungslosen Kapitaluation" ist die kroatische Autorin Dubravka Ugresic bei Verena Auffermann "gefürchtet und bewundert". Und auch ihr neuer Roman "Das Ministerium der Schmerzen" hat die Rezensentin tief beeindruckt. Eine "unbedingte Dringlichkeit" verspürt sie in diesem Roman, der "kalt und erbarmungslos" vom Exil erzählt, von Spitzeltum und der Fremdheit, von einer Literaturwissenschaftlerin, die ihr kriegsgeschütteltes Land verlässt, um in Amsterdam Serbokroatisch zu lehren - eine Sprache übrigens, wie Auffermann bestürzt bemerkt, in der Kinder nicht wie "Engelchen" schlafen, sondern wie "abgeschlachtet". Dabei sind es nicht nur die "Schönheit der Sprache" und die "Raffinesse der Geschichte", die die Rezensentin so beeindruckt haben, sondern auch Ugresics "forschende Intelligenz" und ihr unbedingter Wille, hinter den Schein der Dinge zu kommen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005

Dubravka Ugresics Roman um die kroatische Philologin Tanja Lucic, die als eine Art alter ego der Autorin gelten kann, die es nach Amsterdam verschlägt, ist ein Emigrantenroman im eigentlichen Sinne, nämlich das "Protokoll einer von Existenzangst flankierten Identitätssuche", schreibt die Rezensentin Ilma Rakusa. Als Serbokroatisch-Lektorin an der Universität begegne sie einem elenden Häufchen Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien. Eindrücklich beschreibe Ugresic deren Versehrtheit, ihr Leben im Zeichen eines Traumas, das auf den "brutalen Bruch" in ihrer Lebensgeschichte zurückgeht. Zusammen mit ihnen, so die Rezensentin, wird Lucic versuchen, das Dilemma zu umgehen, entweder "über alles authentisch zu schweigen oder unauthentisch zu reden". Ugresic, so das wohlwollende Fazit der Rezensentin, hat ein "bewundernswert kluges, sensibles und unlarmoyantes" Buch über die Existenz als Emigrant verfasst, das Auswege jenseits des Zerbrechens zeigt, indem es die hoffnungsvolle "Perspektive auf ein Anderssein" hochhält.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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