Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Seit Berlusconis Ministerpräsidentschaft wird über die Frage gestritten: Handelt es sich um einen italienischen Sonderfall von Klientelwirtschaft und Bestechung - oder ist Italien der smarte Vorreiter eines Modells der Verbindung von Medienkontrolle, Konsum und politischer Macht? Der seit vielen Jahren in Italien lebende Paul Ginsborg hat mit dem distanzierten Blick von außen bei hervorragender Kenntnis des von ihm geschätzten Landes diese Frage von verschiedenen Seiten beleuchtet: Er verfolgt Berlusconis Werdegang von der Geburt bis heute, vom dunklen Entstehen seines Immobilien-Imperiums in den sechziger und des Fernseh-Imperiums in den achtziger Jahren, von seinem Eintritt in die Politik bis hin zu den erstaunlichsten Rechtsbeugungen und der Durchsetzung neuer Gesetze, die seine eigenen Geschäfte unantastbar machen und seine politische Macht erhalten sollen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2006
Aufschlussreich findet Rezensent Henning Klüver Paul Ginsborgs Essay über das Phänomen Berlusconi. Er referiert Ginsborgs Analyse der Strategie Berlusconis, nach außen hin Modernisierung zu verkörpern, nach innen aber mit den alten politischen Kräften zu paktieren, um seine Pfründe zu sichern. Einen kritischen Blick werfe der Autor auch auf die Politik des Ministerpräsidenten, von der allein dessen Unternehmen profitierten, während es Italien heute insgesamt schlechter gehe. Ginsborg warne davor, Berlusconi nicht ernst zu nehmen. Schließlich treffe er das Bedürfnis breiter Bevölkerungskreise, sich in der Führung wiederzuerkennen. Etwas bedauerlich scheint Klüver, dass Ginsborg die Antwort auf die im Untertitel des Buchs gestellte Frage nach Modell der Zukunft oder italienischem Sonderweg schuldig bleibt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.08.2005
Einigermaßen zufrieden ist Ralph Bollmann mit Paul Ginsborgs Essay über Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Wie er berichtet, warnt der in Florenz lehrende Historiker davor, Berlusconi zu unterschätzen. Dieser verfolge laut Ginsborg ein Projekt, das auf die Etablierung seiner persönlichen Herrschaft hinauslaufe, für das er politische und mediale Macht, überkommenen Klientelismus und radikalen Wirtschaftsliberalismus, öffentliche und private Sphäre verbinde. Zur Erklärung des Phänomens Berlusconi führe Ginsborg vor allem die besonderen Traditionen Italiens an. Der Entschlossenheit des Ministerpräsidenten stelle er dann die Zerstrittenheit der parlamentarischen Linken gegenüber, die noch immer keine überzeugende Antwort auf dessen Projekt gefunden habe. Warum Berlusconi über Italien hinaus gefährlich ist, kann Ginsborg nach Ansicht Bollmanns nicht wirklich erklären - obwohl er den 80 Seiten der Originalausgabe in der deutschen Ausgabe 80 Seiten voranstellt, in denen er Berlusconis Aufstieg darstellt und Parallelen zu Medienmagnaten wie Rupert Murdoch, Bernard Tapie oder Michael Bloomberg zieht, Parallelen, die Bollmann allerdings wenig erhellend findet. Überhaupt findet Bollmann die Verdoppelung des Umfangs eher nachteilig, lag doch die Qualität des Essays gerade in seiner "Kürze und Pointiertheit".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








