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Lessings Bucherwerbungen
Verzeichnis der in der Herzoglichen Bibliothek Wolfenbüttel angeschafften Bücher und Zeitschriften 1770 - 1781
Klappentext
Verzeichnis der in der Herzoglichen Bibliothek Wolfenbüttel angeschafften Bücher und Zeitschriften 1770-1781. Bearbeitet von Paul Raabe und Barbara Strutz. Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) leitete die heutige Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel von 1770 bis zu seinem Tode 1781. Er war nicht nur Dichter, Schriftsteller, Kritiker, sondern auch ein gelehrter Bibliothekar, der unter den reichen Schätzen der berühmten Bibliothek bedeutende Entdeckungen machte und publizierte. In dem vorliegenden Werk werden erstmalig die fast 1.000 Bücher, die Lessing während seiner Amtszeit angeschafft hat, anhand von detaillierten Quellenstudien ermittelt, nach den Erwerbungsarten - Kauf, Tausch, Geschenk - ausführlich beschrieben und durch Übersichten und Register systematisch, chronologisch und alphabetisch erschlossen. Durch Lessings Bücheranschaffungen erhielt die Bibliothek einen beträchtlichen Zuwachs an grundlegenden Werken aus allen Wissensgebieten: Editionen, Lexika, Enzyklopädien, Zeitschriften, Darstellungen, Untersuchungen. Aus dem Quellenwerk geht deutlich hervor, daß Lessings Bucherwerbungen von einer souveränen Anschaffungspolitik trotz der geringen Erwerbungsmittel zeugen. Lessing bemühte sich, die wesentlichen Neuerscheinungen seines Jahrzehnts zu kaufen und Lücken durch antiquarische Käufe zu schließen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.07.2005
Mit großem Interesse hat Hendrik Birus dieses Verzeichnis von Gotthold Ephraim Lessings Bucherwerbungen für die Wolfenbüttler Bibliothek, der er zwischen 1770 und 1781 als Leiter vorstand, zur Kenntnis genommen. Der Rezensent weist auf Lessings begrenztes Budget hin und findet es unter diesem Aspekt nicht nur sehr "aufschlussreich", was Lessing für die Bibliothek erworben hat, sondern auch, was er alles nicht für anschaffenswert hielt. So habe Lessing zwar viele italienische Schriftsteller, aber nur wenig französische gesammelt, fast keine Literatur des "Sturm und Drang", dafür viele Shakespeare- und Milton-Ausgaben angeschafft, stellt Birus fest. Für ihn erschließt der Band "mikroskopisch ein Panorama der deutschen und europäischen Literatur", was insbesondere deshalb so faszinierend ist, weil es sich schon kurze Zeit später durch den Einfluss von Goethe und Kant "völlig umstrukturieren" würde, wie der Rezensent betont. Nicht zuletzt wegen dieser Momentaufnahme der Geistesgeschichte preist Birus den Band als "gelehrtes Buch".
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