Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ivan Cankar

Die Fremden

Roman

Cover: Die Fremden

Drava Verlag, Klagenfurt 2005
ISBN-10 3854354312
ISBN-13 9783854354314
Gebunden, 256 Seiten, 19,50 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Slowenischen. Mit seinem (ersten) Roman ?Die Fremden? (Tujci, 1901) führt uns der damals fünfundzwanzigjährige Ivan Cankar nach Wien. Ein slowenischer Bildhauer, Pavle Slivar, der unter Entbehrungen an der Wiener Akademie studiert hat, sieht sich vor der Verwirklichung seiner künstlerischen Träume, als sein Entwurf für ein Denkmal in Ljubljana preisgekrönt wird. Dem Freudentaumel folgt die bittere Erkenntnis, dass dem Preis kein Auftrag folgen wird. Slivar kehrt nach Wien zurück, um hier die Kunst zu schaffen, die daheim angeblich niemand braucht. Für seine der Nacht abgerungenen Entwürfe findet er jedoch keinen Abnehmer. Als er auch noch die Brotarbeit verliert, gerät sein Leben aus den Fugen ?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.07.2005

In nur einem Monat hat Ivan Cankar seinen Roman "Die Fremden" geschrieben, im Mai 1901, fünfundzwanzig Jahre war Cankar als und die Geldsorgen drückten, erzählt Rezensent Jörg Plath die Entstehungsgeschichte. Herausgekommen ist dabei vielleicht ein etwas hastiger Roman, doch merke man auch diesem Roman an, dass er von einem der wichtigsten Vertreter der slowenischen Moderne stamme: Ein Roman über einen proletarisierten Künstler, den die Armut, das Verkanntsein und schließlich das Exil in den Selbstmord treiben, zugleich aber auch ein Werk über die "Ortlosigkeit des modernen Bewusstseins". Sehr beeindruckt ist Plath von der Schilderung der Emigranten in Wien, die sich in die Zyniker des Erfolgs und die Nihilisten des Misserfolgs aufzuteilen scheinen, aber allesamt von Cankar so schäbig gezeichnet werden wie der Arbeiterbezirk Ottakring.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2005

Einen "Klassiker der slowenischen Moderne" nennt Franz Haas den bis vor zehn Jahren auf Deutsch weitgehend unbekannten Autor Ivan Cankar (1876 bis 1918). Dessen Entdeckung würdigt er als Verdienst des Übersetzers Erwin Köstler und des Klagenfurter Drava-Verlags, der in zehn Bänden bereits die wichtigsten Werke Cankars veröffentlicht hat. Wie Hass berichtet, enthält sein nun vorliegender Roman "Die Fremden", Cankars Erstling aus dem Jahr 1901, bereits das große Lebensthema des Autors - die Heimatlosigkeit der slowenischen Künstler zwischen Moderne und Volkskunst. Allerdings erreicht das Buch nach Haas' Ansicht sprachlich noch nicht die Höhe seiner besten Werke. Leider merke man dem Stil des Buches an, dass Cankar das Buch in wenig mehr als einem Monat und in größter Geldnot geschrieben hat. Andererseits findet Haas auch hier schon "jene packende Lakonie", für die Cankar später berühmt wurde. Die Schilderung der Honoratioren von Ljubljana, die den Held seines Romans, einen jungen Bildhauer tröstend abwimmeln, lobt er als "präzise psychologische Miniaturen". Auch skizziere er das Leben der slowenischen Boheme in Wien in wenigen Strichen so, dass darin zweierlei aufleuchte: "das individuelle Strampeln der einzelnen Entwurzelten in der Fremde und das kollektive Dilemma einer kleinen Nation innerhalb des Vielvölkerstaates."

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren