Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans Davidsen-Nielsen (Hrsg.)

Carl Vaernet

Der dänische SS-Arzt im KZ Buchenwald

Cover: Carl Vaernet

Edition Regenbogen, Wien 2004
ISBN-10 3950050728
ISBN-13 9783950050721
Paperback, 327 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Dänischen von Kurt Krickler. Der dänische Arzt und SS-Sturmbannführer Carl Vrnet (1893-1965) implantierte im KZ BuchDer dänische Arzt und SS-Sturmbannführer Carl Vrnet (1893-1965) implantierte im KZ Buchenwald Häftlingen eine von ihm entwickelte künstliche Drüse. Diese sollte durch kontinuierliche Abgabe männlicher Hormone an den Organismus die homosexuellen Häftlinge zur Heterosexualität umstimmen. Mindestens zwei Gefangene starben an den Folgen des Eingriffs. Aufgrund umfangreicher Recherchen und anhand zum Teil zuvor nicht zugänglichen Archivmaterialien sowie Interviews mit drei von Vrnets Kindern und mit einer überlebenden Versuchsperson ist es den vier Autoren gelungen, eine NS-Biografie nachzuzeichnen, die einmal mehr das Prädikat Banalität des Bösen verdient, auf spannende Weise nachzuzeichnen. Sie geben dabei Einblicke nicht nur in das Funktionieren der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie, sondern auch in die die Situation Dänemarks während der deutschen Besatzungsjahre 1940-45. und deren Aufarbeitungenwald Häftlingen eine von ihm entwickelte künstliche Drüse. Diese sollte durch kontinuierliche Abgabe männlicher Hormone an den Organismus die homosexuellen Häftlinge zur Heterosexualität umstimmen. Mindestens zwei Gefangene starben an den Folgen des Eingriffs. Aufgrund umfangreicher Recherchen und anhand zum Teil zuvor nicht zugänglichen Archivmaterialien sowie Interviews mit drei von Vrnets Kindern und mit einer überlebenden Versuchsperson ist es den vier Autoren gelungen, eine NS-Biografie nachzuzeichnen, die einmal mehr das Prädikat Banalität des Bösen verdient, auf spannende Weise nachzuzeichnen. Sie geben dabei Einblicke nicht nur in das Funktionieren der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie, sondern auch in die die Situation Dänemarks während der deutschen Besatzungsjahre 1940-45. und deren Aufarbeitung

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.06.2005

Angetan zeigt sich Rezensent Jan Feddersen von dieser Biografie über den dänischen Mediziner Carl Vaernet, der als SS-Arzt im KZ Buchenwald Experimente an homosexuellen Häftlingen durchführte. Wie Feddersen berichtet, wollte Vaernet eine künstliche Drüse entwickeln, mit deren Hilfe homosexuellen Häftlingen die Neigung zum eigenen Geschlecht ausgetrieben werden sollte. Dabei habe Vaernet sein Tun als humanitär verstanden, denn ein Homosexueller könne kein Interesse daran haben, so zu bleiben, wie er ist. Allerdings starben die meisten seiner so genannten Patienten bei den Experimenten. Feddersen lobt die "exzellente Übersetzung" aus dem Dänischen. Deutlich werde zudem, dass Vaernet keineswegs ein mörderischer Schlachter gewesen sei. Vielmehr sei er ein Wissenschaftler "im Geiste einer damals für moralisch legitim gehaltenen Disziplin" gewesen, in der die Optimierung des Menschen angestrebt wurde, entgegen aller charakterlichen, geistigen und körperlichen Disposition.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren