Aufnahmen von Oleg Klimov. Text von Hubert Smeets. Mit zahlreichen Fotos. Der Untergang der Sowjetunion und der Aufstieg Russlands waren für die Zeitgenossen ein Drama; ein Drama im optimistischen und pessimistischen Sinne des Wortes. Für einen Außenstehenden waren es vor allem politische und sozial-wirtschaftliche Ereignisse von unbekanntem Ausmaß. Aus der Sicht von Oleg Klimov hatten sie auch ein menschliches Anlitz. Innerhalb von ein paar Jahren standen die traditionellen Banden zwischen Staat und Volk sowie zwischen den Bürgern unter einander Kopf. Und das war nicht zu Ende als das Schicksal der Sowjetunion besiegelt war: die Russen mußten sich selbst auf allen Ebenen neu erfinden. Diese Entwicklung zeigt Oleg Klimov in seinem Buch auf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2005
Sonja Zekri bewundert die "fast ikonografische" Qualität der Motive, die der Fotograf Oleg Klimov für seinen Russland-Bildband ausgewählt hat. Sein Thema sei die Auflösung des Sowjetimperiums, festgehalten in düsteren, symbolträchtigen Szenen, die die Tragik oder auch die Ironie der Geschichte in einem einzigen Augenblick sichtbar werden ließen. Zu sehen sind überwiegend Kinder mit Pistolen, Soldaten, Särge, Knäste und Irrenanstalten, während die Rezensentin kaum auch nur "halbwegs optimistische" Bilder entdecken kann. Wieviel Einfluss sie aber Klimovs fotografischen Arbeiten beimisst, wird in der Bemerkung deutlich, dass es nicht zuletzt auch an Klimov liege, "dass der Westen den Osten, allen voran Russland, heute wieder als 'terra incognita' betrachtet, als ein fernes fremdes Reich, in dem nicht einmal die Kinder lachen."
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