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zuletzt aktualisiert 02.09.2010, 14.19 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

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Anja Utler

münden - entzüngeln

Gedichte

Cover: münden - entzüngeln

Edition Korrespondenzen, Wien 2005
ISBN-10 3902113332
ISBN-13 9783902113337
Gebunden, 96 Seiten, 17,40 EUR

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Klappentext

Diese Gedichte "strudeln", "entstieben", sie dringen unter die Haut, reichen bis tief in die Lungenspitzen, lösen die Zunge. Der Sprachsog von Anja Utlers lyrischen Verflechtungen zieht uns hinein ins Wechselspiel jener ungeschiedenen, vorbewussten Ganzheit, wo Innen und Außen, Körperliches und Naturhaftes in- und auseinander fließen. Ganz dem Augenblick verpflichtet, rühren sie an jenen Grund, wo das Sprechen beginnt, wo das Fühlen, das Denken sich sammelt und umschlägt, aus dem Körper bricht, eher noch Atemgeräusch denn gestalteter Laut. Und zischelnd, knackend, murmelnd blitzt aus dem sich reibenden, klingenden In-, Mit- und Gegeneinander die anarchisch-lebendige Welt hervor - ungeschaut, geheimnisvoll.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2005

Man merkt Jörg Drews' Rezension an, dass sie in der Auseinandersetzung mit dem entstanden ist, was an den Gedichten von Anja Utler sperrig und befremdend erscheint: Ihre Abstraktheit, nein, ihre Konkretheit. Die Verwechslung passiert, weil Utler dort ansetzt, "wo Artikulation als physisch-expressiver Vorgang beginnt" und zugleich schon etwas bezeichnet wird. Und so sind, schreibt Drews, fast alle Gedichte "Zwischenstücke, sind Abschnitte, Übergänge, Phasen in Verläufen" - nicht "wohllautend", aber "rauh", "gliederlösend" und "zärtlich". Sie greifen Mythen auf, ohne zu "Bildungspoesie" zu gerinnen, sind ganz "in den Konvulsionen des Leidens drin". Dazu kommen die "sprachrhythmischen Künste" der Dichterin, die Drews gern noch ausführlicher gelobt hätte. Fazit: "Alles sehr aufregend und bemerkenswert."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2005

Als kleines, epochales Meisterwerk feiert Rezensent Thomas Poiss Anja Utlers Lyrikdebüt. Dabei faszinieren den Rezensenten darin behandelte "Tücken und Freuden" der Artikulation ebenso, wie die souveräne Aneignung antiker Mythen durch die 1973 geborene Dichterin. Die unmittelbare Sprachgewalt der Autorin erreicht in diesem - auch buchtechnisch perfekt gestalteten - Buch mit einer Marina Zwetajewa gewidmeten Gedichtfolge für Poiss ihre höchste Höhe.

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