Bücherschau der Woche
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Klappentext
Diese Gedichte "strudeln", "entstieben", sie dringen unter die Haut, reichen bis tief in die Lungenspitzen, lösen die Zunge. Der Sprachsog von Anja Utlers lyrischen Verflechtungen zieht uns hinein ins Wechselspiel jener ungeschiedenen, vorbewussten Ganzheit, wo Innen und Außen, Körperliches und Naturhaftes in- und auseinander fließen. Ganz dem Augenblick verpflichtet, rühren sie an jenen Grund, wo das Sprechen beginnt, wo das Fühlen, das Denken sich sammelt und umschlägt, aus dem Körper bricht, eher noch Atemgeräusch denn gestalteter Laut. Und zischelnd, knackend, murmelnd blitzt aus dem sich reibenden, klingenden In-, Mit- und Gegeneinander die anarchisch-lebendige Welt hervor - ungeschaut, geheimnisvoll.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2005
Man merkt Jörg Drews' Rezension an, dass sie in der Auseinandersetzung mit dem entstanden ist, was an den Gedichten von Anja Utler sperrig und befremdend erscheint: Ihre Abstraktheit, nein, ihre Konkretheit. Die Verwechslung passiert, weil Utler dort ansetzt, "wo Artikulation als physisch-expressiver Vorgang beginnt" und zugleich schon etwas bezeichnet wird. Und so sind, schreibt Drews, fast alle Gedichte "Zwischenstücke, sind Abschnitte, Übergänge, Phasen in Verläufen" - nicht "wohllautend", aber "rauh", "gliederlösend" und "zärtlich". Sie greifen Mythen auf, ohne zu "Bildungspoesie" zu gerinnen, sind ganz "in den Konvulsionen des Leidens drin". Dazu kommen die "sprachrhythmischen Künste" der Dichterin, die Drews gern noch ausführlicher gelobt hätte. Fazit: "Alles sehr aufregend und bemerkenswert."
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