Abraham Geiger

Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen

Cover: Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen
Parerga Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783937262079
Gebunden, 258 Seiten, 23,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Vorwort von Friedrich Niewöhner. Abraham Geiger (1810-1874) war einer der Gründerväter des liberalen Judentums und einer der vielseitigsten Gelehrten in der Wissenschaft des Judentums im 19. Jahrhundert. Er war zugleich Rabbiner, Theologe, Publizist und Wissenschaftsorganisator. Die Preisschrift des noch ganz jungen Orientalisten Geiger mit dem Titel Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen? (1833) zeigt, dass zahlreiche Elemente aus hebräischer Bibel und rabbinischem Schrifttum im Koran verarbeitet sind. Geiger betrachtet in seiner Schrift den Koran nicht als göttliche Offenbarung, sondern analysiert ihn historisch-kritisch als menschliche Dichtung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2005

Die umstürzende Wirkung dieser philologischen Untersuchung aus dem Jahr 1933 - es ist die Dissertation des nachmals hochberühmten Autors - ist heute kaum noch zu ermessen, so der Rezensent Andreas Kilcher. Jedoch war Abraham Geiger der erste Forscher, der den Islam nicht nur als Irrtum und Mohammed als Betrüger betrachtete, sonder ohne ideologische Vorurteile die Frage zu beantworten suchte, wie es mit dem Einfluss des Judentums auf den Koran steht. Er geht dabei, zu seiner Zeit revolutionär, strikt historisch vor und betrachtet den Koran ebenso "theologiefrei" philologisch wie er den Propheten Mohammed in seiner Zeit verortet. Das ist also, so Kilcher, schon an sich interessant - von möglichen Implikationen fürs entspanntere Herangehen an heutige Glaubenskonflikte ganz zu schweigen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2005

Wer wird diese Dissertation aus dem Jahre 1833 lesen beziehungsweise überhaupt lesen können, fragt Andreas Gotzmann zunächst argwöhnisch und erklärt, dass es sich bei dem Verfasser, Abraham Geiger, um einen der einflussreichsten deutsch- jüdischen Reformtheologen des 19. Jahrhunderts handelt. Der Text strotzt von lateinischen, hebräischen, arabischen und aramäischen Zitaten, gibt Gotzmann unumwunden zu: ein insgesamt "sperriger Text" also, den vermutlich nur eine kleine Anzahl von Spezialisten entschlüsseln könnten. Friedrich Niewöhner ist so ein Spezialist und hat laut Gotzmann ein äußerst "gelehrtes und informatives" Vorwort zur fotografischen Reproduktion von Geigers Dissertation beigesteuert. Es handelt sich bei diesem Werk um die erste Veröffentlichung Geigers, erklärt der Rezensent, die insofern hochinteressant sei, als sich Geiger mit dem Verhältnis des Judentums zum Islam auseinandergesetzt hat. Geigers Analyse des Verhältnisses wäre natürlich weitgehend überholt, meint Gotzmann, aber dass er den Islam überhaupt als eigenständige Religion wahrgenommen habe, sei für seine Zeit keineswegs selbstverständlich gewesen, berichtet er. Geiger ging es seines Erachtens darum, das Judentum aufzuwerten und zum eigentlichen Ursprung des Islams zu erklären, das aber vor dem Hintergrund, ebenso das Verhältnis zum Christentum angehen zu können. Ein Stück frühe vergleichende Religionsgeschichte aus jüdischer Perspektive - mit aller ihrer Problematik, setzt Gotzmann hinzu.

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