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Klappentext
Aus dem Spanischen von Joseph Kalmer. Die "Spanientrilogie" gilt als eines der Hauptwerke der modernen spanischen Literatur und ist die Autobiografie eines Mannes und zugleich die Biografie einer Nation. Der erste Roman, "Die Rebellenschmiede", erzählt von Kindheit und Jugend des Autors zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Spanien - einem Spanien voller Entsetzen, Verwirrung und Hoffnungslosigkeit. Arturo Barea, der Sohn einer verwitweten Waschfrau aus einem Arbeiterviertel, wuchs bei seinem wohlhabenden Onkel und dessen Frau auf. Er erfährt die sozialen Gegensätze und schildert die Konflikte und Brüche einer auseinanderfallenden Gesellschaft. Der zweite Band, "Die endlose Straße", beschreibt Ehe und Berufsleben in Madrid und berichtet aus dem erbärmlichen Leben eines spanischen Rekruten im Rif-Krieg in Nordafrika. Er zeichnet ein Bild von Spanisch-Marokko in den Jahren zwischen den Kriegen, vom Leben in den Vorposten in der Wüste, von den Cafes, den Spielhöllen und den Bordellen der Städte. Er erlebt die Habgier und Unfähigkeit der spanischen Armee, ihre strenge Hierarchie und die Erniedrigung der marokkanischen Bevölkerung vor dem Hintergrund des Aufstiegs Francos. "Die Stimme von Madrid", der dritte Teil, erzählt von den Jahren 1935 - 1939 und vom Grauen des Bürgerkriegs, von politischen Intrigen und dem alltäglichen Kampf ums Überleben. Auch Russen und Deutsche kämpfen in diesem zerrissenen Land, das Barea mit seiner Lebensgefährtin verlassen muss; sie gehen zunächst nach Paris und flüchten dann nach London.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2005
Überaus verdienstvoll findet Walter Haubrich diese Ausgabe, die unter dem Titel "Spanientrilogie" drei Romane Arturo Bareas - "Die Rebellenschmiede", "Die Stimme von Madrid" und "Die endlose Straße" - zugänglich macht, zumal der spanische Autor im deutschen Sprachraum bisher kaum bekannt ist. Er würdigt das Werk, eine umfassende, autobiografische gefärbte Darstellung der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Spanien, als "bedeutende Chronik der spanischen Tragödie". Im ersten Band erzähle Barea vom elenden Leben im Madrider Arbeiterviertel Lavapies. Den zweiten Band wertet Haubrich als "historisches Dokument" über den unsinnigen Kolonialkrieg, der auf beiden Seiten viele Menschen das Leben kostete. Überzeugend findet er auch Bareas Darstellung des spanischen Bürgerkrieges im dritten Band. Er bescheinigt der Darstellung ein "großes Maß an Objektivität". Obwohl der Autor nie seine Entscheidung für die legitime Regierung der Republik, für die er schließlich zwei Jahre arbeitete, verberge, vermeide er alle Schwarzweißmalerei und verheimliche auch Gräueltaten republikanischer Seite nicht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2005
Albrecht Buschmann verneigt sich tief vor der insgesamt knapp tausendseitigen "Spanientrilogie" Arturo Bareas. An seine eigene Biografie angelehnt schildere Barea aus der Ich-Perspektive die Geschichte Spaniens von 1907 bis in den Bürgerkrieg hinein. Mit dem Ich-Erzähler vollziehen wir in den ersten beiden Bänden seine Kindheit und Militärzeit nach, wie Buschmann referiert, bis die Zerissenheit des "urwüchsigen Spanien der ersten Jahrhunderthälfte" zwischen "Arm und Reich, Arbeiter und Angestellte, Stadt und Land" im dritten Band in den Bürgerkrieg führt, den der Erzähler zunächst im besetzten Madrid verbringt, bis ihm die Flucht nach England gelingt. Die 150 Seiten, die der Darstellung des Krieges gewidmet sind, zählt Buschmann gar "zu den sensibelsten literarischen Erforschungen der Tiefengeschichte des Bruderkampfes". Der Rezensent findet neben der Erzählkunst Bareas die Übersetzung der deutschen Erstausgabe von 1955, an welcher auch die jetzige Neuedition festhält, nach wie vor brillant. Einziger Wermutstropfen: Er hätte sich gewünscht, dass der erste Band analog zum spanischen Original im Präsens statt im Imperfekt gehalten worden wäre.
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