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Klappentext
Unter Aufsicht der SS testeten deutsche Wissenschaftler 1944/45 auf Rügen und in Thüringen nukleare Bomben. Dabei kamen mehrere hundert Kriegsgefangene und Häftlinge ums Leben. Nach jahrelanger Recherche entschlüsselte der Berliner Historiker Rainer Karlsch eines der größten Rätsel des Dritten Reiches. Neben Belegen für die Kernwaffenversuche fand er auch einen Entwurf für ein Plutoniumbombenpatent aus dem Jahr 1941 und entdeckte im Umland Berlins den ersten funktionierenden deutschen Atomreaktor.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2005
Durchaus für "verdienstvoll" hält Michael Salewski dieses Buch von Rainer Karlsch über die deutsche Atombombenforschung im "Dritten Reich", in dem u.a. behauptet wird, am 12. Oktober 1944 auf Rügen und am 3. März 1945 in Ohrdruf seien unter der formalen Leitung der SS zwei nukleare Explosionen ausgelöst worden. Salewski mag sich den extremen Urteilen über das Buch, die von "Sensation" bis "Scharlatanerie" reichen, nicht anschließen, und zieht eine ausgewogene, nüchterne Betrachtung der Sache vor, zumal einige Indizien (Bodenproben) für Explosionen sprechen, andere dagegen, und weitere Untersuchungen nach einhelliger Meinung der Fachleute notwendig sind. Insgesamt erscheint Salewski das Buch etwas unausgegoren. Er beschreibt es als Mixtur aus "harten Quellen, physikalischen Untersuchungen, klugen Überlegungen, gewagten Spekulationen und bloßen ondits, die sechzig Jahre später in den Legendenschatz zur Geschichte des 'Dritten Reiches' vorzüglich passen". Neben Bekanntem entdeckt er darin auch Neues, etwa dass Gerlach, Trinks, Ardenne und ein paar andere viel tiefer in die atomare Bombenplanung verstrickt waren, als sie nach dem Krieg behaupteten. "Bemerkenswert" findet Salewski zudem die Neubewertung Kurt Diebners. Karlsch könne plausibel machen, dass gerade Diebner die atomaren Versuche im "Dritten Reich" am weitesten vorantrieb.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.05.2005
Viel Kritik musste sich diese vom Verlag etwas sensationsheischend beworbene Studie bereits gefallen lassen. Wenn man der Rezension von Reiner Metzger glaubt, dann ist dem Historiker Rainer Karlsch dabei durchaus Unrecht widerfahren. Die vielfach kolportierte These von Hitlers "Atombombe" werde durch den Titel vielleicht nahegelegt, aber im Buch werde sie bereits im Vorwort bestritten. Worum es vielmehr geht, sei die von der Wissenschaftsgeschichte bisher deutlich unterschätzte Bereitschaft deutscher Physiker, sich an der Entwicklung irgendeiner Art von atomar aufgerüsteten Bomben zu beteiligen. Und hier gelinge es Karlsch durchaus, neue Quellen zu finden und alten Quellen neue Belege abzugewinnen. Mit dem Mythos von der bewussten Forschungszurückhaltung der deutschen Wissenschaft, so Metzger, räumt Karlsch dabei ziemlich gründlich auf.
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