Die Sprache ist die schönste und folgenreichste Erfindung des Menschen, und sie ist wie er: nie ganz greifbar. Mit keiner Logik, keiner Sprachwissenschaft ist ihr endgültig beizukommen. Macht nichts, meint Andreas Thalmayr: um so entspannter dürfen wir ihre Geheimnisse bestaunen und bewundern. Er geht, als Liebhaber der Sprache, ihren Rätseln und Wundern nach - ein abwechslungsreicher Spaziergang durch das Dickicht der Dialekte, das Labyrinth des Satzbaus bis hin zum Halbdunkel der Flüche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.08.2005
Bestens unterhalten hat sich Rezensentin Sabine Franke bei der Lektüre von Andreas Thalmayrs Buchs über die deutschen Sprache. Sie lobt nicht nur die kurzweilige Darbietung zahlreicher Kuriositäten der deutschen Sprache, sondern auch die anschauliche Darstellung komplizierter Grundideen der Linguistik. So preist sie das Buch geradezu als "lustmachende Einführung in das Studium der Linguistik" an. Wegen Rechtschreibreform und Denglish-Panik wolle sich der Autor sich nicht ereifern. Im Gegenteil: demonstrativ mime er den Gelassenen. Eine Gelassenheit, die er nach Ansicht Frankes freilich nicht durchhalten kann. So tadelt sie Thalmayrs Duden-Schelte ("Mannheimer Germanistenstadel") als "wohlfeil" und seine Kritik an schlechten Methoden im Sprachunterricht als "recht platitüdenhaft". Auch hält sie ihm vor, sich, wenn es zu kompliziert wird, mit einem Witz aus der Affäre zu ziehen und das Thema zu wechseln. Aus manchen Bemerkungen Thalmayrs hört sie die "Arroganz des Könners" sprechen. Kein Wunder, schließlich verbirgt sich hinter dem Pseudonym der Dichter Hans Magnus Enzensberger. Trotzdem hält sie "Heraus mit der Sprache" für ein "nettes Buch". Thalmayr ergötze sich an der unberechenbaren Vielgestalt der Sprache und möchte auch den Leser für diese Liebhaberei gewinnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005
Andreas Thalmayr alias Hans Magnus Enzensberger begibt sich in "Heraus mit der Sprache" auf einen 'längeren Spaziergang' durch die deutsche (Prosa-)Sprache, auf den ihn der Rezensent Johan Schloemann einigermassen unbeeindruckt begleitet. Enzensberger schreibe über Eigenheiten und Phänomene des Deutschen, mitunter "leichtfüßig", häufiger aber "redundant und banal" und obenderein "nicht recht präzise", wie Schloemann bemerkt. Verwundert nimmt der Rezensent ferner zur Kenntnis, dass der Schreibstil des Verfassers einerseits bewusst auf sprachwissenschaftliche Standards verzichte, auf der anderen Seite jedoch Beispiele aus der Lutherbibel unkommentiert in der Schreibweise des 16. Jahrhunderts bemühe. Und trotz der gelegentlich scharfen Geschütze, wie sie Enzensberger beispielsweise gegen die Rechtschreibreform auffahre, handele es sich insgesamt um ein "harmloses" Buch.
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