Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Heike Baryga. Maya leidet an Schlaflosigkeit. Und das seit Wochen, Monaten. Sie unternimmt alles, um ein paar Stunden Ruhe zu finden: warme Milch mit Honig, Valium, Wein. Keinen Ratschlag lässt sie unbefolgt, doch auch Homeshopping, eine esoterische Therapie und die Streicheleinheiten ihres Liebsten helfen nicht. Sie machen sie nach und nach eher wütend, denn Mayas Neid auf die Nachtruhe der anderen wächst. Rastlos irrt sie nachts durch die Stadt und klingelt vor lauter Frust fremde Leute aus den Betten. Ihr bizarres Verhalten schlägt nach und nach alle Freunde in die Flucht. Völlig übernächtigt, beginnt Maya, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Doch dann begegnet sie bei einem ihrer nächtlichen Ausflüge ihrem männlichen Gegenpart: Benoit - schlaflos wie sie.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2006
Vom Debütroman der belgischen Autorin Annelies Verbeke zeigt sich Alexander Honold sehr angetan. Erzählt wird die Geschichte der 18-jährigen Maya, die unter Schlaflosigkeit leidet und ruhelos durch die Nacht irrt, bis sie auf den Leidensgenossen Benoit trifft. Jede Menge Gewaltakte und Unfälle sind in diesem Roman versammelt, doch mache die Autorin daraus weder eine Actionstory noch schreibe sie "effekthascherisch", versichert der Rezensent. Honold hat vielmehr eine Liebesgeschichte anzuzeigen, beherrscht von einem "Grundton der Zärtlichkeit", der dieser "Welt voller Brutalität und Kälte" gegenübergestellt ist. Was eigentlich im weiteren Verlauf nur in eine "überspitzte Satire" oder in ein tief trauriges "Sozialdrama" münden kann, werde bei der Autorin zu einer "lebenslustigen Geschichte", die sich ganz der "Munterkeit" der Ich-Erzählerin Maya überlässt. Wenn die beiden Schlaflosen wegen ihres Leidens in der geschlossenen psychiatrischen Anstalt landen, sieht Honold "meisterlich die Pathologie des Normalen" geschildert und ihm gefällt besonders, wie Verbeke mit "krudem Witz und lakonischer Wärme" die anderen Psychiatrieinsassen beschreibt, ohne sie vorzuführen und der Lächerlichkeit preiszugeben.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005
Zwei Dinge gesteht Florian Welle der jungen flämischen Autorin Annelies Verbeke auf jeden Fall zu: "erzählerische Kraft" und "abgründigen Humor". Verbeke erzählt die Geschichte zweier Schlafloser, die "aufeinander zutreiben, zusammenprallen und von müder Wucht zurückgeschleudert werden auf sich selbst". Sie ist eine junge Frau, Er ist ein Vierteljahrhundert älter, hat "sechs gescheiterte Beziehungen, drei Psychiater und zwei Therapien" hinter sich, beschreibt der Rezensent die Konstellation. So weit so gut. Doch leider, meint Welle, hat sich Verbeke keinen Gefallen mit der Konstruktion ihres Romans getan. Das Problem: Sie will aus den alternierenden Perspektiven ihrer beiden Helden erzählen, bringt dazu aber nicht das nötige sprachliche Rüstzeug auf. Die beiden sprechen genau die gleiche Sprache aus Greiztheit und Naivität. Versöhnlich stimmt Welle dann wieder, wie Verbeke in der zweiten Hälfte ihres Romans die Schaltkreise ihrer Helden kollabieren oder etwa eine "Frittenbudenoma" über die Unendlichkeit philosophieren lässt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Laszlo Vegel: Bekenntnisse eines Zuhälters
Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer. Im Mittelpunkt dieses legendären ungarischen Romans steht eine Gruppe ...
Karl Kraus, Franz Werfel: Karl Kraus - Franz Werfel
Herausgegeben von Christian Wagenknecht und Eva Willms. Eine dauerhafte Freundschaft hätte sich zwischen Franz ...
Archiv: Bücherschauen
Für ein Happy End
03.02.2012: Die FAZ versinkt in William Trevors sehr irischem Roman "Turgenjews Schatten", der von der Liebe zweier Menschen erzählt, die einfach nicht für das Leben gerüstet sind. Die SZ liest Krimis von Buddy Giovinazzo, verübelt ihm aber, dass er den literarischen Wahnsinn zum Tiefstpreis verschleudert. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen
Peter Nadas: Parallelgeschichten
26.01.2012: Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen








