Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Andreas Simon dos Santos. Mit einem Nachwort von Dominic Johnson. Unter Mitarbeit von Brent Beardsley. Ein UNO-General kämpft verzweifelt gegen den drohenden Völkermord. Aus Europa kommen die Waffen für die Täter. Die UNO verbietet den Blauhelmen zu helfen: Der schnellste Völkermord unserer Zeitgeschichte beginnt. Der Westen schaut zu. Nur einem Blinden oder einem Analphabeten hätte entgehen können, was in Ruanda geschah, sagt der Generalmajor und Kommandeur der Blauhelmtruppe in Ruanda, Romeo Dallaire nach seiner Rückkehr. Er ist, so der Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck, der glaubwürdigste Zeuge des schnellsten Völkermords der Zeitgeschichte. Sechs Jahre danach wurde eine Volkszählung durchgeführt, bei der über 950.000 Opfer ermittelt wurden. In der Regel wurden die Menschen mit der Machete zerhackt, weil Kugeln zu wertvoll für sie waren. Die westliche Welt erlebte zwischen April und Juli 1994 ihre schwärzeste Stunde nach 1945. Sie will das bis heute nicht wahrhaben.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.09.2008
Einigermaßen schockiert und doch sehr fasziniert hat Rezensent Rudolf Walther diesen Bericht des UN-Befehlshabers in Ruanda zu Zeiten des Genozids an den Tutsi gelesen, der, wie Walther schreibt, auf Grund seiner Erlebnisse heute ein traumatisierter, psychisch kranker Mann sei. Das Buch beeindruckte den Rezensenten nicht allein mit bislang unbekannten Fakten und Interpretationen der Ereignisse. Auch die nüchterne Art, Bilanz zu ziehen oder traumatische Szenen zu beschreiben, lassen dem Rezensent das Blut in den Adern gefrieren. Auch die Beschreibung der ungenügenden Bedingungen und Austattung der UN-Truppen, die die Katastrophe begünstigten, tragen zum enormen Eindruck bei, den diese "bittere Bilanz" auf den Rezensenten machte. Auch das Nachwort Dominic Johnsons zur Vorgeschichte von Massaker und Konflikt tragen zum positiven Gesamteindruck bei.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2008
Als deprimierend, aber äußerst wichtig beschreibt Andreas Eckert sein Lektüreerlebnis. Das Buch des ehemaligen Befehlshabers der UN-Truppen in Ruanda, Romeo Dallaire, vermittelt ihm die Wut, die Ohnmacht und das Schuldgefühl des Autors. In "schmerzhafter Erinnerungsarbeit", schreibt Eckert anerkennend, rekonstruiert Dallaire seine Erfahrungen während des Völkermords an den Tutsi. Angeleitet von einem informativen Nachwort bewältigt Eckert den materialreichen Band und stellt fest: Unter den zahlreichen Studien zum Thema ist das Buch die schärfste Abrechnung mit der internationalen Gemeinschaft beziehungsweise ihren einzelnen Mitgliedsstaaten. Dallaires Fazit, demzufolge der Genozid hätte verhindert werden können, hätten sich die Vereinten Nationen rechtzeitig zum Handeln entschlossen, liest der Rezensent mit Schrecken.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005
Ein "grausam trauriges Buch" nennt Rezensent Alex Rühle diese Erinnerungen des Kanadiers Romeo Dallaire, der als UN-General eine kleine Blauhelmtruppe in Ruanda anführte und 1994 den Völkermord der Hutu an den Tutsi aus unmittelbarer Nähe erlebte. Er sieht in Dallaires Buch eine "Chronik des Versagens der UN" und ein "privates Exerzitienbuch über, wie er selbst es beurteilt, sein eigenes Scheitern während des Genozids". So berichtet Rühle, dass der UN-General von den staatlich geplanten Massakern erfahren und in New York um eine Erhöhung seines Kontingents gebeten hatte, was die zuständige Abteilung für Friedensmissionen aber verweigerte. Vergeblich habe Dallaire für eine Einstufung der Geschehnisse in Ruanda als Völkermord gekämpft, die UN lehnten den Begriff "Völkermord" ab, weil sie sonst gemäß Völkermordskonvention hätten militärisch intervenieren müssen. Abgewiesen wurde laut Rühle auch Dallaires Bitte um Spezialflugzeuge zur Zerstörung des staatlichen Propagandasenders, der zum Abschlachten der Tutsi hetzte. Über das Telefon habe Dallaire miterlebt, wie befreundete Tutsi, die ihn um Hilfe rufen wollten, zusammen mit ihren Familien mit Macheten niedergemetzelt wurden. Rühle berichtet, dass Dallaire heute auf Kongressen und Podien davon spricht, dass sich in Darfur das wiederhole, was in Ruanda geschehen sei. "Er tut das jetzt seit einem Jahr und es sieht nicht so aus, als ob das irgendetwas ändern würde."
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