Ursula Naumann

Schiller, Lotte und Line

Eine klassische Dreiecksgeschichte
Cover: Schiller, Lotte und Line
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783458347798
Kartoniert, 187 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Nach seiner Verlobung mit Charlotte von Lengefeld schrieb Friedrich Schiller Liebesbriefe an sie und ihre verheiratete Schwester Caroline, in denen er von einer "menage a trois" träumt: "Ach wie schön wird es in Zukunft sein, wenn alles unter uns gemeinschaftlich sein wird." Diese spannende Geschichte einer doppelten (oder geteilten) Liebe ist - ganz anders als Goethes "unordentliche Leidenschaften" - weitgehend unbekannt geblieben: Klug und anschaulich erzählt Ursula Naumann von Schiller und den beiden gegensätzlichen Schwestern, vom Leben im thüringischen Rudolstadt, in Jena und Weimar um 1800. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Band.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2005

Der Rezensent Manfred Koch findet es bemerkenswert, wie Ursula Naumann die Dreiecksbeziehung zwischen Schiller, Charlotte und Caroline ergründet. Naumann habe es nicht darauf angelegt, sich partout in Schiller und seine beiden Frauen einfühlen zu wollen. Sie ziehe es vor, die Quellen (die Briefe der Beteiligten) so auszuwählen, dass sie sich auf "konzise Kommentare und Überleitungen" beschränken könne. Und das gelingt ihr nach Ansicht des Rezensenten hervorragend. Das Bemerkenswerteste jedoch an Naumanns Studie sieht der Rezensent darin, dass sie Schillers Spleen der Dreiecksbeziehung einerseits als Teil der zeitgenössischen, unter anderem von Goethes "Stella" entfachten "Gefühlskultur" deutet und andererseits als die sehr "zeitgenössische Obsession", Literatur zu leben. Statt Voyeurismus, der durch die kulturgeschichtliche Auflösung des Skandalons gleichermaßen seiner Grundlage beraubt wird, hat Naumann viel "intellektuelle Spannung" zu bieten.

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