Helena Petrovna Blavatsky (1831 - 1891), eine ebenso begabte wie schillernde Persönlichkeit, couragiert und emanzipiert, berühmt wie berüchtigt, war die Pionierin eines neuen Okkultismus in der Zeit des tiefsten Materialismus im 19. Jahrhundert. Gerhard Wehr zeichnet kenntnisreich ein umfassendes Bild dieser faszinierenden Begründerin der Theosophischen Gesellschaft, der "Sphinx des 19. Jahrhunderts", wie sie genannt wurde, und behandelt auch ihre Hauptwerke und ihre wichtigsten Mitarbeiter.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2005
Die legendäre Geheimlehre der Helena Petrovna Blavatsky habe angeblich auch auf Albert Einsteins Schreibtisch gestanden, berichtet Rezensent Helmut Zander als ein Beispiel für die Autorität, die Blavatsky Anfang des 19. Jahrhunderst für esoterisch Suchende dargestellt habe. Als "Stärken" der vorliegenden Biografie gibt Zander die weniger um Urteile als um Verständnis bemühte Haltung Gerhard Wehrs an, der schon ein "wichtiges Buch" über Rudolf Steiner geschrieben habe. Der Autor verstehe Blavatskys "Geheimlehre" als Antwort auf die Dominanz der Naturwissenschaften und auf die Rezeption asiatischer Religionen in Europa. Wehrs "verständnisvolle" Haltung neutralisiert und normalisiert aus Sicht des Rezensenten aber zugleich das überaus widersprüchliche und exzentrische Leben der Blavatsky. Hinzu komme als "gravierender Mangel", dass der Autor die angelsächsische Forschung der letzten 15 Jahre nicht berücksichtige. Unerwähnt bleibe auch, dass die Fußnoten der Geheimlehre von einem eigens engagierten Naturwissenschaftler ausgearbeitet worden seien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2005
Insgesamt zufrieden zeigt sich Rezensent Lorenz Jäger mit Gerhard Wehrs Biografie Helena Blavatskys, der Gründerin der Theosophischen Bewegung. Er würdigt Wehr als ausgewiesenen Rudolf-Steiner-Biografen, Anthroposophie-Kundler und "empathischen Kenner der esoterischen Welt". Das abenteuerliche Leben Blavatskys, Autorin "grandios-okkulter Schmöker" wie die "Geheimlehre" und die "Entschleierte Isis", findet Jäger bei Wehr "mit grundsätzlicher Loyalität und gelegentlichen kritischen Anmerkungen" geschildert. Allerdings ist ihm Wehr oft nicht kritisch genug, etwa wenn dieser Sympathie für Blavatskys theosophische Programm universeller Toleranz und Verbrüderung bekundet und darin eine Parallele zu Hans Küngs "Weltethos" sieht. Auch erscheinen Jäger die theosophischen Exerzitien "nicht ungefährlich". Sie verdienten eine "mehr als nur ironische Betrachtung".
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