Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 14.03.2010, 10.19 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jürgen Brater

Generation Käfer

Unsere besten Jahre

Cover: Generation Käfer

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 3821856076
ISBN-13 9783821856070
Gebunden, 238 Seiten, 17,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Sie haben Erstaunliches geleistet, die Jahrgänge 1940-1950: Sie haben ihren vom Krieg gebeutelten Eltern die Rente finanziert, haben der Bundesrepublik und sich selbst einen beträchtlichen Wohlstand erarbeitet, haben viele Kinder großgezogen und werden ihnen enorme Reichtümer vererben. Was war das Besondere an dieser "Generation Käfer"? Hatten sie einfach nur Glück, weil sie in das Wirtschaftswunder hineinwuchsen? Oder haben sie auch mehr getan und weniger gejammert? Und lieber selbst angepackt, als sich auf andere zu verlassen? Jürgen Brater porträtiert das Leben jener Jahrgänge, die den Krieg nicht mehr bewusst erlebt haben, denen aber außer dem Frieden kaum je etwas in den Schoß fiel und die für ihr ganzes Leben begriffen haben: Wenn ich mir etwas leisten will, muss ich dafür zuerst etwas leisten.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.04.2005

Durchwachsen findet Thomas Thiemeyer dieses Generationenporträt der Nachkriegskinder, dem Jürgen Braters in Anspielung an "Generation Golf" den Titel "Generation Käfer" gegeben hat. An den anekdotenhaften Erinnerungen stören Thiemeyer nicht nur die Einseitigkeit, mit der Brater seine Generation für ihre Leistungen preist, und in einen positiven Gegensatz zu nachfolgenden Generationen setzt, sondern auch der dominierende nostalgischer Grundton: "Was waren das noch für Zeiten", lautet der Refrain der ersten hundert Seiten, hält Thiemeyer genervt fest. Auf der anderen Seite will er die Stärken des Buches nicht verschweigen, die er etwa in den "gefällig erzählten" Geschichten über erste Kontaktaufnahmen mit Mädchen erblickt. Er attestiert dem Autor die Fähigkeit, "detailliert, klar und zuweilen ironisch" zu beschreiben. Allerdings bleibe das Buch weitgehend ein Porträt für die Porträtierten, dessen Komik sich nur denen, die dabei waren, wirklich erschließen dürfte. Richtig interessant wird das Buch für Thiemeyer erst, wenn Brater von seiner eigenen Jugend berichtet. Hier nämlich bringe er dem Leser "die Aufbaujahre der Bundesrepublik so nahe, als wären sie gerade erst vergangen".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Goethe-EnthusiasmusJoachim Seng: Goethe-Enthusiasmus
Das Freie Deutsche Hochstift, 1859 als ein "Bundestag des Deutschen Geistes" gegründet und 1863 ...

Buch: Die Geschichte eines MordesErnst Kaiser: Die Geschichte eines Mordes
In einer Nacht inmitten des Weltkrieges wacht der reiche Industrielle Kalm auf und glaubt, einen brutalen Raubmord ...

Archiv: Bücherschauen

So viel Beinstumpf und Prothese war nie

13.03.2010: Die taz feiert Georg Kleins farbstrotzende Horrorgeschichte "Roman unserer Kindheit" (Leseprobe). Die FAZ hört fasziniert zu, wie Joseph Roths Franz Tunda sich auf seiner "Flucht ohne Ende" von Busen zu Busen hangelt. Die FR betrachtet schaudernd einen Comic über die Giftmörderin Gesche Gottfried, "Gift" von Barbara Yelin und Peer Meter. Die NZZ lässt sich mit Vergnügen von Kurt Flasch in Meister Eckharts Philosophie des Christentums einführen. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Yasmina Khadra: Die Schuld des Tages an die Nacht

04.03.2010: Younes wird zu Jonas, als er als Kind von seinem arabischen Onkel und dessen französischer Frau in Oran angenommen wird. In seinem Leben und einer unmöglichen Liebe spiegelt sich die Spannung zwischen Orient und Okzident. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman des algerischen Autors Yasmina Khadra "Die Schuld des Tages an die Nacht". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren