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Bernhard Walpen
Die offenen Feinde und ihre Gesellschaft
Eine hegemonietheoretische Studie zur Mont Pelerin Society
Klappentext
Die Mont Pelerin Society ist ein Zusammenschluss einflussreicher Ökonomen, Publizisten und Gesellschaftstheoretiker. Über die Präsenz in den "Kasematten" der Zivilgesellschaft (Gramsci), den Betrieben und Konzernen, aber auch in den Parteien und Regierungen wird Hegemonie durchgesetzt. Im Zusammenhang mit dieser neoliberalen Hegemoniegewinnung zeichnet Bernhard Walpen die Entwicklung der Mont Pelerin Society nach. In einer breit angelegten sozialgeschichtlichen wie ideologietheoretischen Studie wird die Geschichte dieses internationalen Netzwerks aufgerollt, der Weg seiner Intellektuellen und ihres einflussreichen "policy makings", von der Institutsgründung im Umfeld des legendären Walter Lippmann Kolloquiums von 1938 über den Ausbau dieses "Netzwerkes" in den 1950er und 1960er Jahren, die "antikeynesianische" Revolution in den 1970er Jahren bis hin zur marktradikalen ideologischen Unterfütterung des gegenwärtigen High-Tech-Kapitalismus.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2005
Rezensent Detmar Doering kann Bernhard Walpens kritische Auseinandersetzung mit der Mont Pelerin Society (MPS), einer Vereinigung liberaler Denker verschiedener Disziplinen, nicht ganz ernst nehmen. Der teils "dogmatische Marxismus", den Walpen, entgegen eigenen Bekenntnissen, undogmatisch zu sein, an den Tag lege, wirkt auf Doering "fast schon putzig". Mit isolierten Einzelfakten zu Mitgliedern der Mont Pelerin Society (und unter Verschweigung alles Positiven) belebe Walpen selbst die "gute alte Faschismustheorie" der späten sechziger Jahre wieder. "Kennte man die Mont Pelerin Society nicht besser", hält Doering fest, "man müßte sie dem Reich der Finsternis zuordnen." Wie er berichtet, erfolgt Walpens Analyse der Mont Pelerin Society hauptsächlich im Lichte der Theorie der "kulturellen Hegemonie" des italienischen Marxisten Antonio Gramsci. Während Gramscis Marxismus aber auch nach Doerings Ansicht als Analyseinstrument durchaus brauchbar war, wenn es um den Zusammenhang von wirtschaftlichen Verhältnissen (Unterbau) und Ideologien (Überbau) ging, bleibt Walpen zu seinem Bedauern "bisweilen ganz unmarxistisch im Überbau hängen". Positiv wertet Doering allerdings, dass das Buch "wohlrecherchiert" ist und an Faktenreichtum mehr als alle bisherigen Bücher über die Mont Pelerin Society zusammen bietet. "Wer also vom ideologischen Teil des Buches mit hinreichend kritischer Distanz zu abstrahieren vermag", resümiert der Rezensent, "der verfügt mit diesem Buch in der Tat über eine Fundgrube sondergleichen".
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