Die "Ärztliche Seelsorge", in der Viktor Frankl seine zentralen Thesen festhält, ist eines seiner Hauptwerke Viktor Frankls: ein engagierter Aufruf zur Entmythologisierung der Psychotherapie und zur Rehumanisierung der Medizin. Der in den dreißiger Jahren entstandene Text wurde 1946 erstmals veröffentlicht und zuletzt 1982 leicht überarbeitet. Im Vorwort schrieb Frankl damals: "Aber das Buch soll, wie gesagt, nicht nur immer, sondern auch wieder aktuell sein. Dies mag zumindest von einem Kapitel wie dem der 'Arbeitslosigkeitsneurose' gewidmeten gelten, und wir müssen froh sein, wenn uns erspart bleibt, daß auch noch das Kapitel 'Zur Psychologie des Konzentrationslagers' je wieder aktuell wird."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2005
Bereits in der 11. Auflage erscheint zum hundertsten Geburtstag des 1997 verstorbenen Psychotherapeuten Viktor E. Frankl dessen Band "Ärztliche Seelsorge". Es handelt sich dabei um die "systematische Darstellung" seiner therapeutische Theorie und Praxis der "Logotherapie und Existenzanalyse". Im Zentrum steht dabei der Lebenssinn, den es angesichts neurotischer Persönlichkeitsstörungen und Krisenerfahrungen in individueller Weise wiederzugewinnen gilt. Frankl hat seine optimistische Theorie auch und gerade angesichts der denkbar furchtbarsten eigenen Erfahrungen nicht verworfen. Er hat den Aufenthalt im Lager von Auschwitz überlebt, seine Eltern und seine Ehefrau - der der Band gewidmet ist - wurden ermordet. Höchst aufschlussreich, so der Rezensent Wolfgang U. Eckart, ist deshalb im erstmals mit der "Ärztlichen Seelsorge" gemeinsam veröffentlichten Text "Zehn Thesen über die Person" der Abschnitt zur "Psychologie des Konzentrationslagers".
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