Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Jens Baumgarten
Konfession, Bild und Macht
Visualisierung als katholisches Herrschafts- und Disziplinierungskonzept in Rom und im habsburgischen Schlesien (1560-1740)
Klappentext
Der Autor geht der Frage nach, in welchem Maße Visualisierung zur Disziplinierung des Einzelnen im Zusammenhang einer frühneuzeitlichen Herrschaftsauffassung eingesetzt wurde. Der neue Umgang mit Bildern im ausgehenden 16. und 17. Jahrhundert, der sich in Stil, Ikonographie, Frömmigkeitsverständnis und perspektivischem Illusionismus ausdrückte, war verbunden mit einer "Vision" von Gesellschaft. Posttridentinische Theologen entwickelten eine utilitaristische, politisch wirksame und medienhistorisch relevante ästhetische Konzeption der Bildtheorie, bei der der Betrachter ins Zentrum gelangte. Eine Weiterentwicklung dieses römischen Modells stellte die Herrschafts- und Frömmigkeitspraxis der Habsburger dar. In Breslau vollzogen sie mit Hilfe der Jesuiten Inszenierungen im Innenraum der Kirche oder des Kollegs. Der "bewegte Betrachter" wurde in Szene gesetzt, wobei posttridentinisch-jesuitische Bildauffassung, römische Modelle sowie habsburgische Repräsentation und Frömmigkeitspraxis synthetisiert wurden. Mit Hilfe transitorischer Wahrnehmung und synästhetischer Inszenierung wurde die Wahrnehmung des Betrachters gelenkt und kontrolliert.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2005
Jens Baumgartners Studie über gegenreformatorische Bildstrategien haben das "Konfessionalisierungsparadigma" erweitert, stellt ein interessierter Eric-Oliver Mader fest. Bei seiner Untersuchung der katholischen Visualisierungstheorie analysiert der Autor sowohl die "politisch-theologische" Grundlage als auch die "Visualisierung als Herrschafts- und Disziplinierungsinstrument, so der Rezensent weiter. Dafür beschäftigt er sich exemplarisch mit drei "Bildtheologen", Carlo Borromeo, Gabriele Paleotti und Robert Bellarmino, die den katholischen Bildstrategien die theoretische Grundlage gegeben haben. Baumgartner macht mit dieser Studie deutlich, dass sich die katholische Theologie nicht allein auf Bilder bei der Vermittlung der religiösen Inhalte verließ, sondern dass die "Rhetorisierung des Bildes" und eine enge Verknüpfung mit dem Wort im Vordergrund stand, so Mader angetan. Er lobt das Buch als "gelungenes Beispiel" für die Ausweitung des "Konfessionalisierungsparadigma" und findet es nur ein bisschen schade, dass die "interessante Frage", was die damaligen Betrachter von solchen Bildstrategien gehalten haben, vom Autor nicht behandelt wird.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








