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Gabriele Metzler
Konzeptionen politischen Handelns von Adenauer bis Brandt
Politische Planung in der pluralistischen Gesellschaft. Habil.
Klappentext
Politische Planung als Handlungsstrategie kennzeichnete den modernen Interventionsstaat seit dem Durchbruch zur "Hochmoderne" gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Dieser Staat sah sich seither vor der Aufgabe, gesellschaftliche Integration zu fördern und soziale Sicherheit zu schaffen, während er mit wachsenden politischen Partizipationsansprüchen der Bürger konfrontiert wurde. Die Studie untersucht das Aufkommen der Planungsdiskussionen in der Bundesrepublik vor dem Hintergrund des tiefgreifenden gesellschaftlichen und ökonomischen Wandels, wie er sich seit den 1950er Jahren vollzog.
Die zeitgenössischen Deutungen dieser Veränderungen, besonders in den Sozialwissenschaften, flossen in einen politischen Reformdiskurs ein, der zudem von der sich herausbildenden kritischen Öffentlichkeit geprägt wurde. Die zunehmende Einbindung von (wissenschaftlichen) Experten in den politischen Prozess wird ebenso analysiert wie die Veränderungen im politischen System der 1960er Jahre, in denen sich auch und vor allem das Denken über Politik und Staat grundlegend wandelte.
Damit markierten jene Jahre das Ende einer Epoche, ein Umbruch, auf den viele in den 1970er Jahre mit der Diagnose der "Unregierbarkeit" des Landes reagierten. Tatsächlich scheiterten viele der Planungsvorhaben der Regierung Brandt wie generell der Glaube an die Möglichkeiten umfassender Planung sich erschöpfte. Die Studie analysiert die vielfältigen Ursachen für diesen Umschwung und diskutiert damit auch die unmittelbare Vorgeschichte der gegenwärtigen Probleme politischen Handelns.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2005
Überzeugt zeigt sich Rezensent Frank Decker von Gabriele Metzlers Geschichte der politischen Planung in der Bundesrepublik. Der Tübinger Zeithistorikerin gebühre das Verdienst, diese Geschichte zum ersten Male "umfassend" aufgearbeitet zu haben. Decker lobt ihre Studie als ebenso "gründlich" wie "lesbar". Gestützt auf breites Quellenmaterial zeige Metzler, wie der Planungsgedanke in das politische Handeln Einzug hielt und es in den Griff nahm. Ausführlich zeichnet Decker diese Entwicklung nach. Wie er berichtet, habe sich Erkenntnis, dass in der Industriegesellschaft politische Entwürfe ohne Kenntnis des sozialen, ökonomischen und wissenschaftlich-technischen Kontextes nicht möglich waren, bereits in den fünfziger Jahren Bahn gebrochen. Als Indikatoren für die zu dieser Zeit einsetzende "Neuvermessung" des politischen Raumes nennt Decker die wachsende Deutungsmacht der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die Nutzbarmachung wissenschaftlichen Sachverstandes, die säkularen Heilserwartungen, die sich mit den technologischen Durchbrüchen der Kernenergie sowie der fortschreitenden Automatisierung der Produktion verbanden, und die allmähliche Zentralisierung der Staatstätigkeit.
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