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Elias Canetti
Aufzeichnungen für Marie-Louise
Klappentext
Aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Nachwort von Jeremy Adler. Mit einer vollständigen Reproduktion des handschriftlichen Originals. England, Anfang der vierziger Jahre: Veza und Elias Canetti lernen die ebenfalls emigrierte österreichische Malerin Marie-Louise von Motesiczky kennen, und bald entwickelt sich eine Liebesbeziehung der Malerin mit dem Dichter. Dieses Buch ist der Erstdruck einer Reinschrift, die Canetti 1942 Marie-Louise geschenkt hat. Es sind Aufzeichnungen aus der Zeit des Blitzkrieges, in denen sich bereits Canettis große Themen finden: Die Sprache, der Tod, die Zeit und die Utopie.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.08.2005
Für eine der interessantesten Entdeckungen dieses Canetti-Jahres hält Volker Breidecker die Wiener Malerin Marie Louise von Motesiczky: Schülerin von Max Beckmann, Geliebte von Elias Canetti und auch Adorno fand sie "sehr bezaubernd". Nächstes Jahr wäre sie hundert geworden und zumindest in London, dem Ort ihres Exil, kündigen sich Retrospektiven und Bucheditionen an, die den Rezensenten bereits befürchten lassen, dass die in diesem Jahr noch Unbekannte bereits im nächsten Jahr zu einer neuen Frida Kahlo stilisiert sein könnte. Wie auch immer: Sie ist die Marie-Lousie, der Canetti seine Aphorismen gewidmet hat: Auf "kalligraphisch beschrifteten, am oberen Seitenrand gelochten Blättern, die von einer goldenen Schnur zusammengehalten wurden." Eine Trouvaille nennt Breidecker diese Sammlung und zitiert eine der Kostbarkeiten, die Canetti seiner Geliebten vermacht hat: "Die Liebe hat immer einen Bandwurm, und er wächst mit ihr."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.07.2005
Über den Inhalt der Aufzeichnungen, die Elias Canetti 1942 in England seiner Geliebten Marie-Louise von Motesiczky geschenkt hatte und die jetzt von dem britischen Germanisten Jeremy Adler erstmalig herausgegeben wurden, verliert Dieter Borchmeyer in seiner Rezension kein Wort. Adlers "vorbildliche" Editionsarbeit aber lobt er ausgiebig: sowohl die Reproduktion des handschriftlichen Originals als auch den angegliederten Essay, der die Lebensumstände der Stücke "behutsam" skizziere und sie "profund" in den literaturgeschichtlichen Zusammenhang der "europäischen und nicht nur europäischen Aphoristik" einordne.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2005
Dies ist, nach den Erinnerungen "Party im Blitz", ein weiterer Band aus dem Nachlass von Elias Canetti. Stärker als in jenem geht es nun in diesem Buch auch um die unmittelbare Gegenwart, hier des Jahres 1942, und entsprechend stehen "der Krieg, die Opfer, der Tod, das Töten, das Sterben" im Zentrum. Die Adressatin Marie-Louise war eine der Geliebten Canettis, gelegentlich sind die Eintragungen dem Rezensenten Franz Haas denn auch zu banal und privat. Überhaupt findet er den Text mit seinen dreißig Seiten reichlich kurz - umso dankbarer ist er für das dann gleich doppelt so lange Nachwort von Jeremy Adler, das er unumwunden "großartig" findet.
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