Herausgegeben von Hans-Hugo Steinhoff. Der Romanzyklus von Lancelot und dem Gral ist der erfolgreichste mittelalterliche Artusroman. Er ist in Frankreich entstanden, aber schon um 1250 nach Deutschalnd gelangt. Hier ist er zugleich der erste große Erzähltext, der nicht in Versen verfasst ist, sondern in der Prosaform der Moderne. Der auch heute noch faszinierende Zyklus besteht aus drei ungleich langen Teilen: dem eigentlichen Lancelot, der Suche nach dem Gral und dem Tod des Königs Artus. Die beiden in diesem Band zusammengefassten letzten, voneinander weitgehend unabhängigen Teile des monumentalen Prosa-Lancelot-Zyklus bilden einen doppelten Schluss. Im ersten wird die Geschichte des Grals zu Ende erzählt, im zweiten dann die Geschichte der arthurischen Tafelrunde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2005
Angesichts der Adaptionen der Geschichte vom heiligen Gral a la Steven Spielbergs "Indiana Jones" und Dan Browns "Professor Langdon" begrüßt Hans-Herbert Räkel erfreut den letzten Band dieser "monumentalen Ausgabe" des "Prosalancelot". In der mittelalterlichen Lancelot-Geschichte sieht der Rezensent eine ungleich "klügere" Version gegenüber den Fassungen der heutigen Zeit, bei der die christliche feudalistische Gesellschaft zugleich "entworfen" und "in Frage gestellt" wird, so Räkel begeistert. Er findet zudem höchst "faszinierend", dass neben "Ritterabenteuer, Liebesabenteuer, Gralssuche" eine neue "Literaturgattung" begründet wird, die den Ritterroman entscheidend verändert und mit dem Ende der Geschichte - der Gral wird in den Himmel gehoben und Artus' Schwert von einer Hand ins Wasser gezogen - "überflüssig" macht. Während der Rezensent die kinematografischen Gralsgeschichten von heute in ihrem "Vertrauen auf die Technik" reichlich "infantil" findet, preist er die "Luzidität" des mittelalterlichen Originals. Diese "mustergültige Edition" wirft mit ihrer Übersetzung ins Neuhochdeutsche und ihrem Kommentar ein weiteres Licht auf die mittelalterliche deutsche Literatur, preist der Rezensent, nach dessen Ansicht diesem Werk "höchstes Lob" gebührt.
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