Herausgegeben von Rainer Weiss. Siegfried Unseld hinterläßt Tausende von Korrespondenzen. Den ersten Brief dieser Auswahl richtet er 1951 an Hermann Hesse; er ist frisch promoviert mit einer Arbeit über Hesses Anschauung vom Beruf des Dichters und kündigt seine Übersiedlung von Ulm nach Frankfurt an. Den letzten schreibt er 2001 an Christoph Hein, dazwischen skizziert er in 70 Briefen die Geschichte seines Verlegerlebens. Seine Briefe zeigen Unseld als Verführer, der weiß, was er will, und meistens erhält, was er wünscht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2005
Ralf Berhorst hat den Band mit 88 Briefen von Siegfried Unseld an die Autoren des Suhrkamp-Verlags offenbar mit Vergnügen gelesen und findet, dass er sowohl die große Verbindlichkeit des Verlegers demonstriert, der stets engen Kontakt zu seinen Autoren suchte, als auch eine "kleine Ahnengalerie" der Verlagsgeschichte darstellt. Dabei sind "Absagen und kontroverse Briefe" in dem Band kaum vertreten und oft drehen sich die Korrespondenzen ums Geld, stellt der Rezensent fest. Alle großen Suhrkamp-Autoren sind vertreten, von Ernst Bloch und Max Frisch bis Rainald Goetz und Durs Grünbein, teilt der interessierte Berhorst mit. Unseld war die "persönliche Bekanntschaft" zu den Autoren wichtig und er strebte dabei "langfristige Beziehungen" an, was wohl seinen großen Erfolg als Verleger ausmachte, wie Berhorst vermutet.
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