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Gottfried Wilhelm Leibniz
Gottfried Wilhelm Leibniz: Schriften und Briefe zur Geschichte
Klappentext
Bearbeitet, kommentiert und herausgegeben von Malte-Ludolf Babin und Gerd van den Heuvel. Mit einer Einleitung von Gerd van Heuvel und Übersetzungen aus dem Lateinischen von Malte-Ludolf Babin. Leibniz' Abhandlungen, Briefe und Quellensammlungen zur Geschichte machen den größten Teil seines umfangreichen Nachlasses aus. Dennoch ist bislang wenig getan worden, diese Schriften zu erschließen und das weitgehend ungedruckte oder in den vorangegangenen Publikationen nur unzulänglich präsentierte Material der Forschung zugänglich zu machen. Die vorliegende Edition dokumentiert Leibniz' Geschichtsauffassung und Historiographie anhand von 53 Schriften und Briefwechseln zu Geschichtsbegriff, Methodendiskussion und Quelleneditionen, zu Hilfswissenschaften und Organisation der Geschichtsforschung. Themen aus den Bereichen Rechtsgeschichte, Geschichtsphilosophie und Didaktik sind ebenso vertreten wie Arbeiten zu konkreten historischen Gegenständen, von der römischen Numismatik bis hin zur Welfengeschichte. Bei den parallel zu den originalsprachigen Texten abgedruckten Übersetzungen der 31 lateinischen Stücke handelt es sich mit einer Ausnahme um Erstübertragungen ins Deutsche. Ausführliche Erläuterungen und vier umfangreiche Register erschließen den Band, der Leibniz' Wirken als Historiker in seiner ganzen Breite und Vielschichtigkeit deutlich werden lässt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2005
Als "phänomenale Ausgabe" würdigt Rezensent Markus Völkel diese Edition von Leibniz' Schriften zur Geschichte. Die Gliederung der 53 Stücke aus dem Nachlass in zehn "klug begrenzte" Kapitel, die die Herausgeber Malte-Ludolf Babin und Gerd van den Heuvel vorgenommen haben, hat ihn überzeugt. Wie er berichtet, finden sich darunter Vorworte oder Teilstücke ausgearbeiteter und auch gedruckter Werke. Das meiste jedoch stamme aus Leibniz' Gedankenwerkstatt, sei Entwurf, Meinung und Kritik. Die Einleitungen in den Kontext der zeitgenössischen Debatten, mit denen die Herausgeber jedes Stück eröffnen, lobt Völkel als "sehr verständlich". Erfreut haben ihn zudem die "luxuriösen Indizes" für Personen, Schriften und Sachen. "Auf diese Weise", so Völkel, "treten Leibniz' Wissen und jeweilige Argumentationsstrategie deutlich hervor, auch seine Zeitgenossenschaft." Er hebt hervor, dass sich in dem Band zu fast allen zentralen Debatten im historischen Feld richtungweisende Stellungnahmen finden. Wer wissen wolle, welche historischen Fragen, mit welchen Methoden, zu welchem Zweck um 1700 erörtert wurden, könne diese Edition als zuverlässige Einführung benutzen. Nach Völkels Gesamteindruck verstand Leibniz Geschichte wesentlich als eine praktische Angelegenheit. Mit Theoriefragen der Geschichte habe er sich nur beschäftigt, wenn man es ihm aufgedrängt habe oder wenn es sich im systematischen Zusammenhang nicht vermeiden ließ. Der Rezensent hofft, dass die gegenwärtige Geschichtswissenschaft vorliegende Ausgabe zum Anlass nimmt, ihr Verhältnis zu Leibniz zu überprüfen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2005
Geradezu überschwänglich feiert Wilhelm Schmidt-Biggemann dieses taussendseitige Konvolut, die kommentierte Edition von Leibniz historischen Schriften, Skizzen und Ideen enthält. Entstanden sind sind im Rahmen seiner Geschichte des Welfenhauses, die Leibniz als Historiograf am Hof in Hannover begonnen hatte, aber - wie so viele seiner hochfliegenden Pläne - nicht zu Ende gebracht hatte, wie der Rezensent informiert. Dafür beginnen sie mit Grundsätzlichem: der "Urgeschichte der Germanen im Allgemeinen und der Sachsen im Besonderen", die wiederum bis in die Zeit der Skythen und Perser zurückgeführt. Diese Texte, jubelt Schmidt-Briggemann, "strotzen geradezu vor genialen und kuriosen Entwürfen". Den Herausgebern bestätigt er indes, bei Edition und Übersetzung sorgfältig und gründlich gearbeitet zu haben: "Sie verstehen ihr Geschäft." Dabei will Schmidt-Biggemann keinesfalls den Eindruck aufkommen lassen, hier läge ein Buch fürs Fachleute, nein, die Sammlung ist so geschickt und kenntnisreich eingeleitet und kommentiert, dass sie allen Lesern zugute kommen kann, meint der Rezensent überzeugt.
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