Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Celan, Rudolf Hirsch

Paul Celan - Rudolf Hirsch: Briefwechsel

Cover: Paul Celan - Rudolf Hirsch: Briefwechsel

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 3518416448
ISBN-13 9783518416440
Gebunden, 399 Seiten, 25,80 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Joachim Seng. Der Briefwechsel zwischen Paul Celan und Rudolf Hirsch, dem langjährigen Geschäftsführer des S. Fischer Verlags, Redakteur der Neuen Rundschau und für kurze Zeit auch Leiter des Insel-Verlages, bietet eine neue Perspektive auf Leben und Werk des Dichters. Er ermöglicht erstmals Einblicke in die Beziehung Celans zu einem Verleger. Entstehung und Publikation seiner Werke erscheinen damit in einem neuen Licht. Hirsch war in einem von Celan gewünschten Sinne "aufmerksam": Von ihm fühlte er sich als Dichter verstanden, bei ihm suchte er Rat und Hilfe, ihm vertraute er seine Werke an. Neben bedeutenden Übersetzungen erschienen die Lyrikbände "Sprachgitter" und "Die Niemandsrose" sowie die Büchner-Preis-Rede "Der Meridian" bei S. Fischer. So sind die 207 erhaltenen Briefe, Karten und Telegramme, welche die beiden zwischen 1954 und 1964 wechselten, Zeugnisse einer langsam wachsenden tiefen Freundschaft, bis sie tragisch zerbrach: Bedrängt und gequält von den in der "Goll-Affäre" erhobenen, unberechtigten Plagiatsvorwürfen, wandte sich Celan schließlich auch gegen seinen Verleger, glaubte ihn als Drahtzieher eines "doppelten Spiels" zu durchschauen und zog sich ins Schweigen zurück.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.12.2004

Einen Seufzer stößt Helmut Böttiger aus, wenn er verlauten lässt, einen Verlagslektor wie Rudolf Hirsch gäbe es heute kaum noch! Einer, der die gesamte abendländische Bildungstradition intus hatte! Einer, der es mit Paul Celan intellektuell aufnehmen konnte! Rudolf Hirsch, wie Celan Jude und während der NS-Zeit in Amsterdam untergetaucht, war von Mitte der 50er bis Anfang der 60er Jahre als Lektor beim S. Fischer-Verlag der Ansprechpartner Celans, der dort nicht nur eigene Gedichte, sondern auch Übersetzungen Rene Chars oder Alexander Bloks veröffentlichte. Der gesamte Briefwechsel zwischen Celan und Hirsch ist laut Böttiger ein erschütterndes Dokument, da er das Zerwürfnis zwischen den beiden festhält, das von Celans Empfindlichkeiten und dem realen Intrigenspiel Claire Golls vorangetrieben wurde. Für Celan war es schwer, stellt der Rezensent fest, zwischen Antisemitismus und den "üblichen Machenschaften im Literaturbetrieb" zu unterscheiden, er witterte überall Verrat, so auch bei Hirsch. Gleichzeitig werde aber auch klar, betont Böttiger, dass Celan nicht nur überempfindlich reagierte, sondern sein Misstrauen gegen den Fortbestand nationalsozialistischer Strukturen im Adenauer-Staat durchaus berechtigt war. Nicht allerdings bei Hirsch, weshalb der Kritiker den Briefwechsel als Zeugnis einer "schicksalhaften Verstrickung" bezeichnet.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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