Heinrich Niehues-Pröbsting präsentiert den Formenreichtum antiker Philosophie in Literatur, Schulen und Lebensweisen sowie ihre Bedeutung für die europäische Kultur. Damit setzt er sich von der immer noch vorherrschenden Reduzierung antiken Denkens auf Begriffe, Theorien und Systeme ab.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.04.2005
Michael Schefczyk weist auf eine prima "Ergänzung" zu den Darstellungen der Gedanken antiker Philosophen hin: In diesem Buch geht es um die "Organisation und Form des Philosophierens im Altertum". Wie wurden die Gedanken präsentiert und überliefert? Welche Rolle spielte die Persönlichkeit des Philosophen, welche Rolle spielten die Philosophenschulen? Zunächst mal ist da - im krassen Gegensatz zur Gegenwart - das Primat des Mündlichen: Sokrates hielt Abhandlungen für Firlefanz und die "philosophische Lehrrede" für die hohe Kunst der Vermittlung. Es ging um die Bildung der Seele, des Charakters, und deshalb war eine direkte Ansprache notwendig. Mit Platon erreichte die Form des Dialoges ihren Höhepunkt. Philosophenschulen konkurrierten miteinander und sorgten doch alle dafür, das Denken zu überliefern. Dann gewannen die Christen die Macht und verboten Nichtchristen die Lehre. Klöster entstanden, die Antikes bewahrten, doch unter das Primat der christlichen Lehre stellten. All das und vieles mehr wird von Heinrich Niehues- Pröbsting lehrreich und "lesenswert" zusammengetragen - und vom Rezensenten ausdrücklich zur Lektüre empfohlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2004
Ein "schönes Buch" erblickt Rezensent Jürgen Busche in diesem Werk über die antike Philosophie, das Heinrich Niehues-Pröbsting nun vorgelegt hat. Das will Busche gleich zu Beginn seiner Besprechung "unmissverständlich" festgehalten wissen. Niehues-Pröbstings Darstellung von tausend Jahren Philosophiegeschichte findet er einfach "überzeugend". Den Stil des Buches beschreibt er als "weder handbuchartig trocken noch essayistisch verspielt". Der Autor nehme sein Vorhaben ernst, betont Busche: "Schrift, Schule, Lebensform" würden als Themenfelder ausgemessen, auf denen die Eigentümlichkeit antiker Philosophen anschaulich zu machen sei. Niehues-Pröbsting biete dem Leser Einsichten, "die sich immer sorgfältigem Nachdenken und nie bloßem Nachreden verdanken". Einziger Wermutstropfen für Busche ist, dass sich der Autor, was die Sekundärliteratur angeht, fast ausschließlich auf deutsche Gelehrte bezieht, und die wichtige englische wissenschaftliche Literatur zum Thema außen vorlässt.
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