Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.12.2004
Rezensent Martin Hartmann findet es völlig unverständlich, dass der amerikanische Philosoph John Dewey (1859 - 1952) in Deutschland so wenig rezipiert worden ist, obwohl Richard Rorty und Jürgen Habermas immer wieder versucht haben, den Rang dieses "Pragmatikers par excellence" deutlich zu machen. Nun liegen zwei Bände vor, die sich laut Hartmann gut eignen, Deweys Werk "in seiner ganzen Breite kennen zu lernen". Die Texte für den Band "Philosophie und Zivilisation" hat Dewey 1931 selbst zusammengestellt, wie Hartmann informiert, und sie enthalten Ausführungen zur Philosophie der Psychologie und zu "Problemen der Zivilisation". Besonders wichtig erscheint dem Rezensenten der 1896 erschienene Aufsatz "Die Elementareinheit des Verhaltens", in dem Dewey das bereits damals weit verbreitete Modell des Reflexbogens kritisiert, wonach sich menschliches Verhalten allein mit den Begriffen "Reiz-Registrierung-Reaktion" beschreiben lasse. Damit habe Dewey, so der Rezensent, nicht nur die Kritik am Behaviorismus vorweggenommen, sondern liefere auch heute noch wertvolle Argumentationshilfen im Kontext der kognitionswissenschaftlichen Orientierung der Psychologie.
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