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Eugen Drewermann
Moby Dick oder Vom Ungeheuren, ein Mensch zu sein
Melvilles Roman tiefenpsychologisch gedeutet
Klappentext
Herman Melvilles großer Roman "Moby Dick" fragt wie kein anderes Werk der Weltliteratur nach der Rolle des Menschen inmitten einer leidvollen, grausamen und gleichgültigen Welt. Psychologische und weltanschauliche Problemstellungen durchdringen einander und verlangen nach einem tieferen Verständnis des Menschen ebenso wie nach einer menschlicheren Form der Religion. Wer die Tragödie eines Mannes wie Kapitän Ahab begreift, versteht den Zusammenhang von verletztem Stolz und Rachebedürfnis und auch, dass Menschen niemals nur "gut" oder nur "böse" sind. Heute, 150 Jahre nach seinem Erscheinen, hilft Melvilles Roman die verhängnisvolle Illusion zu durchschauen, die in der verzweifelten Anstrengung nach gottgleicher Größe und unangreifbarer Geltung enthalten ist. Der Roman weist Wege, wie der Perversion des "Guten" zugunsten einer rechthaberischen "Gerechtigkeit" entgegnet werden kann. Hinter der Attitüde von Souveränität und Autarkie wird die verborgene Sehnsucht nach einer Güte sichtbar, wie sie nie erfahren wurde und doch absolut notwendig ist.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.2004
Ulrich Greiner widmet sich in seiner Kritik gleich vier Büchern von und über Herman Melville. Eugen Drewermanns "Moby Dick oder Vom Ungeheuren, ein Mensch zu sein" hat ihn neben mancher Irritation durchaus beeindruckt. Der Theologe befasst sich darin im Schwerpunkt mit einer tiefenpsychologischen Deutung des Romans "Moby-Dick", den er als Ausdruck des "Kampfes mit der Theodizee" versteht. Greiner zeigt sich von der "aufwändigen Deutung" eingenommen und sieht insbesondere die Figur des Kapitän Ahab als "teuflische", dabei letztlich "hilflose Gestalt" äußerst "eindrucksvoll" analysiert. Der Rezensent räumt ein, dass die spezifische "Verknüpfung" Drewermanns von Theologie und Tiefenpsychologie nicht jedem gefallen wird und er gibt auch zu, dass er die Erklärungen des Autors mitunter ziemlich "penetrant" findet. Auch die Neigung zu "Pleonasmen" kreidet er Drewermann an, doch ist er am Ende bereit, dem Autor zu "verzeihen". Denn, so Greiner überzeugt, man spürt bei der Lektüre allenthalben die "Liebe" und die hervorragende Sachkenntnis, die Drewermann Melvilles Werk entgegenbringt.
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