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Klappentext
Gedenkt man der zu gute nicht, / von denen gutes uns geschicht / dann wäre alles gleich wie nicht, / was gutes in der welt geschicht-. (Tristan+Isolde, V. 1-4)
In diesem Buch gedenkt Friedrich Kittler der Unsterblichen, die sein Leben und Denken freundschaftlich begleitet haben. Ihre Namen stehen nicht nur in den Sternen, sondern auch zwischen und in den Zeilen seiner eigenen Texte, in denen sie unabschließbare Geistergespräche führen. Das erste Kapitel erinnert an Alberti, diesen Künstleringenieur, dem wir nicht nur das neuzeitliche Subjekt verdanken, sondern auch das Wissen um seine Unhaltbarkeit. Es folgen der großer Mathematiker des 17. Jahrhunderts Pierre de Fermat und der einzigartige Leibniz, bevor ein Tigersprung ins 20. Jahrhundert zu dem Begründer der Kybernetik Norbert Wiener, zu Alan Turing, Claude Shannon und Niklas Luhmann reicht. Unterbrochen vom wahnsinnigen Conrad Ferdinand Meyer stellt sich als Irrenarzt der Doktor Lacan ein, gefolgt vom schweigenden Gelächter Michel Foucaults. Am Schluss nur Geistergespräche über das Reden und das Schweigen, über Hades und Persephone.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004
Eine "Art Pantheon" sieht Rezensentin Julia Encke in Friedrich Kittlers Buch "Unsterbliche", das "Nachrufe, Erinnerungen, Geistergespräche" versammelt, die der Kulturwissenschaftler und Medienarchäologe seinen Helden im Laufe der Zeit gewidmet hat. In Anbetracht des Vorwurfs des "Antihumanismus", der gegen Kittler ähnlich wie gegen Luhmann erhoben wurde, zeigt sich Encke von der Menschlichkeit dieser Nachrufe und Geistergespräche positiv überrascht. Nicht um Begriffe, Theorien oder Formelgleichungen gehe es in diesen "manchmal sehr persönlichen" Porträts, sondern um die Autoren - "halb Menschen, halb Götter" - selbst. So erzähle Kittler von Niklas Luhmann, der frage, ob es den Berliner Zoo immer noch gebe, oder von Jacques Lacan, der mit einem "riesigen braunen Pelzmantel, einem Stück aus der letzten Damenkollektion" durch die Hintertür eines Straßburger Hörsaals stürmte und krumme Zigarillos rauchend zwei Stunden bauchredete. Encke versteht das Buch auch als "eine Art Autobiografie": zusammen mit seinen Helden wandle Kittler darin auf der hellen Seite des Mondes.
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