Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2000
Filigran, handgeblasen, zart, flüchtig, kostbar - so lauten sinngemäß die Umschreibungen für die Kurzprosa der Schweizer Autorin Christine Trüb, die sie über Jahre in der Wochenendbeilage der NZZ veröffentlicht hat. Handverlesene Prosaskizzen, die kleine Momente festhalten, die die Rezensentin Alexandra M. Kedves an Haikus erinnern. Besonders gefällt Kedvec an diesen Prosastückchen, daß sie keineswegs weltfremd oder alltagsabgewandt sind, im Gegenteil. Eindrücke von Reisen nach Venedig oder in die Provence sind darin festgehalten, Erinnerungen an die Kindheit, aber auch Begegnungen mit Rumänien-Flüchtlingen, Hare-Krishna-Jüngern oder verwirrten alten Frauen. Es sind selbstreflexive aber auch die Welt reflektierende kunstvolle Notate, die zwar kurz und knapp sind, aber der Rezensentin wie winzige Papierschiffchen vorkommen, die nicht untergehen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…