Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2004
Verhalten äußert sich Rezensent Ludger Heidbrink über Siegfried J. Schmidts Buch über Unternehmenskultur, der Komplexität des Themas in theoretischer Hinsicht Rechnung tragen will. Wie Heidbrink berichtet, verfolgt Schmidt einen systemtheoretischen Ansatz: Er betrachte Unternehmen als autonome Teilsysteme der Wirtschaft, die sich über Prozesse der Beobachtung, Kommunikation und Entscheidung selbst organisieren. So stelle Unternehmenskultur ein "konsistentes Programm der Selbststeuerung" dar, das die Lösung "aller zentralen Probleme" ermöglichen soll. Heidbrink erläutert ausführlich, wie das im Detail aussieht. Er kritisiert, dass Unternehmenskultur durch den systemtheoretischen Ansatz zum bloßen Steuerungsmedium eigendynamischer Systeme werde und damit ihre inhaltlichen Qualitäten verliere. Überhaupt findet er das Buch "sehr theoretisch ausgerichtet". Allerdings biete Schmidt am Ende einen "hilfreichen Leitfaden " für Interviews, mit dem sich Veränderungsprozesse in Unternehmen initiieren lassen.
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