Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 13.02 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans-Joachim Lang

Die Namen der Nummern

Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren

Cover: Die Namen der Nummern

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2004
ISBN-10 3455094643
ISBN-13 9783455094640
Gebunden, 303 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mehr als fünf Jahre recherchierte Hans-Joachim Lang das Schicksal der im Auftrag der SS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" ausgewählten und im KZ Natzweiler (Elsass) getöteten Juden. Die Skelette der Opfer sollten im Anatomischen Institut der "Reichsuniversität Straßburg" ausgestellt werden und in künftigen "judenfreien" Zeiten Forschungszwecken dienen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2004

Erschüttert zeigt sich Rezensent Christoph Studt von Hans-Joachim Langs Buch "Die Namen der Nummern", das die Schicksale von 86 "Ahnenerbe"-Opfern rekonstruiert. Wie Studt berichtet, handelte es sich bei den Opfern um Juden des KZ Auschwitz, die auf Anordnung des an der Straßburger Universität lehrenden Anatom August Hirt mit Billigung Himmlers vergast, konserviert und in Hirts anatomischem Museum ausgestellt wurden. Aufgrund des weiteren Kriegsverlaufs sollte die Sammlung beseitigt werden, was aber nicht mehr gelang, und so konnten am 23. Oktober 1945 die Überreste von 86 Leichen bestattet werden, hält Studt fest. Wer diese Männer und Frauen gewesen sind, habe man bislang nicht gewusst. Mittels akribischer Recherchen, deren Ausgangspunkt eine Liste der eintätowierten KZ-Nummern war, sei es Lang gelungen, den Toten ihren Namen und ihre Identität wiederzugeben und sie als Menschen in ihre Lebenszusammenhänge zurückzuführen. Das Resümee des Rezensenten: "Es ist ein Puzzle des Grauens, das er zusammengesetzt hat, denn die Schicksale dieser 86 "Ahnenerbe"-Opfer spiegeln die europäische Dimension der Verfolgung und Ermordung der Juden."

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.2004

Rezensent Bernd C. Hesslein ist froh, dass sich Hans-Joachim Lang erfolgreich durch europäische und amerikanische Archive gegraben hat. Herausgekommen ist ein Buch über 86 Häftlinge, die 1943 von der SS ausgewählt und im elsässischen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof ermordet wurden, um ihre Skelette zum "Rassenstudium" ausstellen zu können. Respektvoll zeigt sich der Rezensent angesichts der Beharrlichkeit des Journalisten und Zeitgeschichtlers Lang. Mehrere Jahre habe er geforscht, Quellen gesucht, Listen verglichen, bis er schließlich ein "grausiges Puzzle" vollenden konnte und den Nummern der Ermordeten Namen und Gesichter verlieh. Entstanden ist ein Buch, das über diese Akribie hinaus einen "tiefenscharfen Einblick" in die Abartigkeit der SS-Mediziner liefere.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren