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Klappentext
Neben Fritz Teufel, Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans und anderen war Ulrich Enzensberger einer jener "Kommunarden", die in der Zeit, als die USA Vietnam erledigen wollten, mit dadaistisch-politischen Aktionen Westberlin verrückt machten. Die KI provozierte die von den Alliierten kontrollierte Front- und Mauerstadt und ihre Bewohner, die nicht wahrhaben wollten, dass die Deutschen den Zweiten Weltkrieg angefangen und verloren hatten. Es kam zur Revolte der Außerparlamentarischen Opposition, die davon träumte, die Westsektoren der alten Reichshauptstadt in eine Freie Räterepublik, in eine Drehscheibe der Weltrevolution zu verwandeln. - Oder war da etwa noch mehr?
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004
Wolfgang Kraushaar stellt das Buch über die Kommune I vor, das Ulrich Enzensberger als deren damaliges jüngstes Mitglied jetzt vorgelegt hat. Der Versuchung, ein Buch aus der "Schlüssellochperspektive" zu schreiben, ist der Autor nicht erlegen, denn er wechselt darin häufig den Blickpunkt, schreibt mal aus seinen persönlichen Erfahrungen heraus, mal stellt er die "Gruppenbiografie" dar, mal versucht er, einen "historischen Bericht" über die Kommune zu liefern, stellt der Rezensent gleich zu Anfang eingenommen fest. Dabei wahrt Enzensberger stets die "Distanz", wenn er aus seinen "Sympathien" für die Wohngruppe auch keinen Hehl macht, bemerkt Kraushaar angetan. Dass Enzensberger sich dabei "mit nicht unerheblichem Aufwand" die Mühe macht, das Kommune-Leben in seinen historischen Kontext einzuordnen, findet der Rezensent sehr lobenswert. Irgendwie erinnert ihn die Lektüre an einen "Film, den die meisten zwar zu kennen glauben", der sich beim Wiedersehen aber doch als ganz anders entpuppt, als man ihn in Erinnerung hatte. Hier ist eine "Ansammlung von Episoden zu einer Geschichte geworden", lobt der Rezensent. Allerdings stellt er an einer Stelle fest, dass auch Enzensberger nicht alles preisgibt, was im Umkreis der Kommune passierte; so wird der "Überfall" auf die früheren Mitbewohner Rainer Langhans und Uschi Obermaier, an dem auch der Autor beteiligt war, derart kryptisch beschrieben, dass er für Uneingeweihte nicht zu verstehen ist, merkt Kraushaar kritisch an.
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