Herausgegeben von Christoph Gödde und Henri Lonitz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2000
Uwe Steiner lobt die Edition der Briefe Walter Benjamins als mustergültig. Die Bände IV und V machten da keine Ausnahme. Kommentar und Register seien vorbildlich. Zwar gebe es keine sensationellen neuen Brieffunde, das Verdienst der Ausgabe sei die Übersicht über bisher verstreut veröffentlichtes Material. Steiner misst dann aber die Edition an Benjamins Warnung vor der Herausgabe der Briefe eines Autors statt der vollständigen Briefwechsel und bedauert mit ihm, dass die Briefe der Adressaten nicht mit abgedruckt wurden. Besondere Bedeutung misst der Rezensent dem Brief an Gershom Scholem aus dem Jahr 1932 zu, der sich im nun wieder hergestellten Zusammenhang mit den nicht abgeschickten Briefen als veritabler Abschiedsbrief erweise. Bedeutsam scheinen Steiner weniger die Spuren der politischen Ereignisse als der Gestus des Briefschreibers Benjamin, der an einer von Benjamin selbst am Beispiel Arnold Bennetts beschriebenen Lebenskunst geschult sei. Auf diese Weise würden Benjamins "Briefe zugleich in die Zeit eingebettet und näher an sein Werk herangerückt."
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