Die nach der deutschen Revolution von 1830 entstehenden parlamentarischen Strukturen und die immer enger werdenden sozio-ökonomischen Verflechtungen im kleindeutschen Reich schränkten die Machtfülle aller deutsche Monarchen zunehmend ein. Das bekam auch Ludwig II. (1845-1886) zu spüren, dessen politische Rolle Christof Botzenhart untersucht: Seine Studie ist mit einem Zitat des Königs überschrieben: "Ein Schattenkönig ohne Macht will ich nicht sein". Das Dilemma in der Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern wird bereits im Titel deutlich. Botzenhart zeigt aufgrund detaillierter Quellenstudien, dass Ludwig II. konkrete staatsmännische Interessen hatte und eine Vielzahl von politischen Aufgaben erfüllte. Der Autor korrigiert das weitverbreitete Klischee des weltabgewandten Märchenkönigs. Der bayerische Monarch litt unter der zunehmenden Beschränkung seiner Möglichkeiten - ob im Konflikt mit Preußen oder in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Landtag - und zog sich vielleicht auch aus diesem Grunde immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück.
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