Herausgegeben von Luise Schorn-Schütte. Anstelle einer Untersuchung von "Modernisierungstendenzen", wie sie in den letzten Jahrzehnten im Zentrum geschichtswissenschaftlichen Arbeitens gestanden haben, geht es den Autoren dieses Bandes um die Selbstbeschreibung politischer Ordnungen durch die Zeitgenossen. Den Zugang dazu eröffnet der Fokus auf die politische Kommunikation. Wiegt man die verschiedenen Herrschaftskonzeptionen gegeneinander ab, dann tritt Überraschendes zu Tage: Die Frühe Neuzeit kannte einen kräftigen Republikanismus ebenso wie starke Strömungen zur Begrenzung von Herrschaft, die in Mischverfassungssystemen organisiert waren. Die Beiträge erfassen Ost- und Westeuropa gleichermaßen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2004
Kaum ein gutes Haar lässt die Rezensentin Franziska Meier an diesem Sammelband. Schon der Titelbegriff der "politischen Kommunikation" kommt ihr unnötig gespreizt vor. Warum, fragt sie, kann man nicht von "politischen Theorien oder Debatten über Formen der Herrschaftslegitimation und Obrigkeitskritik" sprechen, wenn es darum doch recht eigentlich geht. Wenn auch nicht in überzeugender Weise, das wird schnell klar. Die Texte des Bandes setzen ganz auf den "linguistic turn", der nun mit viel Verspätung auch die Geschichtswissenschaften erreicht hat. Nicht jedoch zur Freude von Franziska Meier, die nur bedauern kann, dass nun auch in Deutschland der "Cambridge School" nachgeeifert wird. Zudem falle die europäische Einbettung eher erbärmlich aus und noch der interessanteste Text zu den "Anfängen des Berufspolitikertums" im 17. Jahrhundert enthalte letztlich nichts als "amüsante Marginalien".
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