Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
In der Song-Zeit, als in Europa Buchdruck und Papier noch unbekannt waren, in einer Hochkultur mit Millionenstädten, Buchhandlungen und Luxuswaren, lebte Chinas größte Dichterin Li Qingzhao (1084 - ca. 1155; ausgesprochen Li Tschingdschau). Sie schreibt von ihrer Liebe, ihrem Heimweh, ihrer Trauer. Freimütig fasst sie ihre erotischen Reize in Verse, mutig greift sie aktuelle Themen auf und kritisiert politische Intrigen.
Li Qingzhao profiliert sich auch als selbstbewusste Partnerin in einem außergewöhnlichen Ehe-Team: mit Zhao Mingcheng hat sie eine großartige Sammlung von Handschriften, kostbaren Büchern, historischen Gebrauchs- und Kultgegenständen zusammengetragen. Am Ende muss sie erleben, wie alles in Krieg und Vertreibung untergeht - der Preis der Leidenschaft.
Unterhaltsam, faktenreich und spannend schildert Barbara Beuys das dramatische Leben und das literarische Werk der Dichterin, in dem sich Glanz und Ambivalenz einer wegweisenden Epoche Chinas spiegeln. Verständlich für ein breites Publikum werden die Personen und ihre Zeit verwoben mit rund zweitausend Jahren chinesischer Geschichte und Kultur, die der Song-Epoche vorangehen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2005
Sehr beeindruckt zeigt sich Rezensentin Christiane Hammer von Barbara Beuys Biografie Li Qingzhaos (1084 bis etwa 1155), Chinas bekanntester Dichterin. Das Werk ist für sie wesentlich mehr als "nur" eine Biografie: Hammer sieht darin ein "üppiges Sittengemälde der chinesischen Gesellschaft", nicht nur der Song-Zeit (960 bis 1279), sondern der chinesischen Kultur insgesamt. Überaus "anschaulich" und "lebhaft" schildere Beuys die verschiedensten Lebensbereiche Chinas (Geschichte, Staat, Verwaltung, Recht, Gesellschaft und Kaiserhof, Wirtschaft und Landwirtschaft, Technik, Industrie und Stadtentwicklung, Familie und Medizin, nicht zuletzt auch Philosophie, Religion, Literatur, Kunst und Musik). Etwas kritisch sieht die Rezensentin allerdings die bisweilen "plakativen Aktualisierungen", die Beuys vornimmt, wenn sie etwa von "Partys", "Wirtschaftswunder" oder "Bodyguards" spricht. Angesichts der äußerst spärlichen Datenlage zu Leben und Werk Li Qingzhaos erscheint es ihr zudem fraglich, ob das Buch der Dichterin als realer Person tatsächlich näher kommt. Allerdings verblasse diese Kritik vor dem "stupenden kulturgeschichtlichen Wissen", das Barbara Beuys so "spannend und leserfreundlich" zu einem "lebendigen Panorama" aufbereitet habe.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2004
Recht angetan zeigt sich Rezensent Karl-Markus Gauß von diesem Buch von Barbara Beuys, das wesentlich mehr ist als nur eine Biografie der Dichterin Li Qingzhao (1084 -1155). Er sieht darin eine chinesische Kulturgeschichte von beiläufig 2000 Jahren, die ungemein informativ alles Mögliche an Wissenswertem ausbreite - von der Erziehung der Mädchen über die Herstellung von Papiergeld oder Rattan-Möbeln bis zur erstaunlich liberal konzipierten Strafjustiz. Zwar moniert Gauß, dass sich die Gelehrsamkeit des Werkes gelegentlich etwas "wusthaft" ausnehme. Auch verliere Beuys das Objekt ihrer Darstellung, die Dichterin Li Qingzhao, "mehr als einmal" Augen, so dass der Leser vor lauter Exkursen oft nicht mehr wisse, worum es eigentlich gehe. Aber er hält Beuys' Vorgehen andererseits für sinnvoll, da auch dem gebildeten Leser die Voraussetzungen eines solchen Frauenlebens in der zivilisatorischen Blüte im China der Song-Dynastie gänzlich unbekannt sein dürften. Und weil Beuys dies alles "auf spannende Weise" erzählt, lässt der Rezensent Nachsicht walten und vergisst gern, "dass die Autorin uns eigentlich etwas anderes, die Biografie einer großen Liebenden, der Dichterin Li Qingzhao, versprochen hatte."
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004
Zwar ist dem deutschsprachigen Raum kein Sinologe wie Jonathan Spence vergönnt, an dessen Chinabildern man sich erbauen und erfreuen könnte, aber es gibt immerhin Barbara Beuys! Sie hat mit diesem Buch "ein großes Zeitbild" des mittelalterlichen Chinas geschaffen, so Rezensent Jürgen Osterhammel, "mit einer kleinen Figur im Vordergrund": der Dichterin Li Qingzhao. Zwar könne Beuys das Handikap, keinen unmittelbaren Zugang zu den in klassischem Chinesisch verfassten Quellen zu haben und auch sonst über wenig biografisches Material zu verfügen, nicht gänzlich abstreifen, doch sei es ihrem "Fleiß, Ernst und ihrem Drang zur Vollständigkeit" zu verdanken, dass dieses Buch so lesenswert geworden ist. Und auch wenn sie manchmal fast etwas zu sorgfältig gearbeitet hat, so der Rezensent, gerade der Beschäftigung mit den so wichtigen Passagen aus Li Qingzhaos Werk tue diese Sorgfalt sehr gut, da die genaue Aufschlüsselung der Bezüge die Bedeutung der Verse nachvollziehbar mache. Auch an der Tatsache, dass sich die Spur der Dichterin ab und an verliert, hat der Rezensent nichts auszusetzen, denn kaum erscheint sie, besticht sie - dank ihrer Verse - durch "stärkste Präsenz". Dieses Buch, so das Fazit des Rezensenten, vermittelt einem das "angeblich Fremde" aus nächster Nähe - dank Barbara Beuys' "kundiger" und taktvoller Hand.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2004
Der "lx" zeichnende Rezensent ist hoch beeindruckt vom Leben der chinesischen Dichterin Li Qingzhao, die in Deutschland allerdings höchstens unter Akademikern bekannt sei. Dabei habe sie es geschafft, bereits im 12. Jahrhundert als Frau zu einer anerkannten Literatin zu werden, wie Barbara Beuys in ihrer "sorgfältig recherchierten und faktenreich erzählten Biografie" darlege. Das Schöne an diesem Buch sei dabei, so der Rezensent, dass es Beuys gelinge, zwar in die Vergangenheit zurück zu blicken, dabei aber gleichzeitig auch ein Verständnis für sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart Chinas beim Leser zu wecken.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...
Javier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...
Archiv: Bücherschauen
Vexierspielkünstler
20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


