Einer neuen Quelle entstammen diese Erkenntnisse über die wichtigsten Geheimdienstoperationen zur Zeit des Kalten Krieges. Bedeutende internationale Ereignisse der zurückliegenden Jahrzehnte erscheinen in neuem Licht.
Wenig ergiebig findet Otto Diederichs dieses Werk. Westliche Geheimdienste mögen ja erfreut gewesen sein, als Wassili Mitrochin 1991 mit "sechs randvoll gefüllten Kisten mit Geheimmaterial" in den Westen überlief - aber Geheimdienste freuen sich einfach immer, wenn ihre Akten komplettiert werden, meint Diederichs. Für den Leser sei es jedoch uninteressant, weitere Bestätigungen längst bekannter Spionagefälle in der Bundesrepublik oder ein paar alte Decknamen zu erfahren. Die Geschichten über Willy Brandt und Herbert Wehner oder RAF-Pensionäre in der DDR, die Rosenbergs in den USA oder britischen Überläufer Philby, MacLean, Burgess kenne doch inzwischen jeder. Ein ganz überflüssiges Buch sei das, meint Diederichs abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Ein Standardwerk sei das, meint Hans Leyendecker sichtlich beeindruckt. Zahllose Aktivitäten des KGB würden hier beschrieben, von denen einige selbst für Kenner neu sein dürften. Dabei lobt Leyendecker vor allem die Präzision, mit der manche Aspekte (z. B. die Rolle des KGB beim Prager Frühling) beleuchtet werden. Wer sensationelle Enthüllungen über Deutsche erhoffe, werde jedoch enttäuscht: Lediglich Andeutungen über nie enttarnte Spione in den großen Parteien werden gemacht, eine Agentenkartei gibt es nicht. Sehr interessant findet Leyendecker das Kapitel "Politische Kriegsführung", in dem es darum geht, wie Personen durch Diffamierungen, Rufmord, gefälschte Dokumente etc. in Bedrängnis gebracht worden sind, z. B. Martin Luther King.
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