Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Seit über zwei Jahrzehnten sind die Weltreligionen zentrales Thema von Hans Küng. Mit seinen weltweit einflußreichen Büchern hat er Pionierarbeit für einen Dialog der Kulturen geleistet. In seinem neuen großen Werk bietet der Autor eine profunde Gesamtdarstellung des Islam: Er beschreibt die Paradigmenwechsel im Lauf seiner 1400jährigen Geschichte, zeichnet die unterschiedlichen Strömungen nach und sichtet die Positionen des Islam zu den drängenden Fragen der Gegenwart. Eine umfassende Analyse der politischen, kulturellen und religiösen Bedeutung der zahlenmäßig größten Weltreligion neben dem Christentum, wie sie unter den Theologen unserer Zeit nur Hans Küng schreiben kann. Dieses Buch zeigt: Ohne einen Dialog mit dem Islam wird es weder einen dauerhaften Weltfrieden noch ein konfliktfreies Miteinander mit den Muslimen in Europa geben. Wer die heutige Welt verstehen will, sollte Grundkenntnisse über den Islam besitzen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2004
Mächtig geärgert hat sich Rezensent Friedrich Niewöhner über Hans Küngs knapp neunhundertseitiges Islam-Buch. Als Ziel des Buches macht er nicht die genaue Beschreibung des Islam für eine deutsche Leserschaft aus, sondern des Autors Wunsch, als Christ mit den Muslimen Frieden zu schließen nach dem Motto: "Kein Frieden unter den Religionen ohne den Dialog zwischen den Religionen". Unklar bleibt für Niewöhner freilich, an wen sich Küngs Buch eigentlich richtet, zumal es Darstellungen des Islam von Orientalisten und Islamwissenschaftlern gibt, die wesentlich besser sind als die von Küng. An der nämlich lässt der Rezensent kein gutes Haar. "Beschämend" findet er etwa die "geschwätzige Intoleranz", mit der Küng in seinem Buch auftrete. Wenn irgendwo heute gesagt werde, dass es nur eine einzige Art von Christentum und eine einzige Art von Islam geben dürfe, dann in diesem Buch. Küng lehne alle "orthodoxen Traditionalisten" und alle "ideologischen Säkularisten" ab und träume von den "religiös wie politisch Innovativen". Niewöhner zufolge widerspricht das Buch "vollständig" dem Geist des Christentums wie dem Geist des Islam. Er verdammt das Buch als "durch und durch unseriös". Dies zeigt sich für ihn schon in Aufmachung und Form: auf jeder Seite seien Wörter, Satzteile und Phrasen fett gedruckt. "Der Leser", schreibt Niewöhner, "soll sofort auf das fixiert werden, was dem Autor wichtig ist".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2004
Tilman Nagel zeigt sich bei seiner Kritik des Buches über den Islam von Hans Küng nicht recht einverstanden mit den Positionen, die der Autor, katholischer Theologe, dort vertritt. Zunächst bemerkt der Rezensent einen ihm nicht besonders angenehmen "erzieherischen" Ton, mit dem Küng dem wohl vornehmlich nichtmuslimischen Leser seine "Auffassungen einschärfen will". Der Autor hat "gewaltige" Mengen an Literatur in seinem Buch verarbeitet und weiß sie auch "souverän" zu organisieren, erkennt der Rezensent an. Was seinen Widerspruch hervorruft ist die Tatsache, dass Küng den "absoluten Wahrheitsanspruch" des Islam nicht in Frage stellt, während er den anderen Weltreligionen die "Relativierung des eigenen Wahrheitsanspruchs" im Dienst eines "Weltethos" durchaus abverlangt. Hier beklagt er einen "blinden Fleck" in der Argumentation des Autors. Zudem kritisiert der Rezensent, dass der Autor sich nicht mit der Frage beschäftigt, warum sich der Islam trotz der propagierten "Kultur der Gewaltlosigkeit" offenbar so einfach für "politische Ziele einspannen" lässt, die Gewalt als probates Mittel akzeptieren. Hier zeigt sich der Rezensent offen enttäuscht, dass der Autor solchen schwierigen Fragestellungen in seinem Buch aus dem Weg geht.
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