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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Als Ryszard Kapuscinski im Jahre 1958 in Accra, der Hauptstadt von Ghana, landete, konnte er nicht ahnen, daß diese Reise der Beginn einer Passion war, die ihn bis auf den heutigen Tag nicht losgelassen hat. Heute sind seine Reportagen weltberühmt. Damals konnten sich seine polnischen Auftraggeber kaum die paar Dollars für Hotel und für den Fernschreiber leisten. Der Autor aß in Straßenküchen, hauste in den Vierteln der Afrikaner, setzte sich Bedingungen aus, die kein westlicher Korrespondent akzeptiert hätte.
Diese Nähe zur Realität hat er sich bis heute bewahrt. Zwar hat er Staatsgründungen, Putsche und Bürgerkriege miterlebt, Machthaber wie Nkrumah, Kenyatta und Idi Adim beobachtet, aber mehr noch hat ihn der Tumult des afrikanischen Alltags interessiert. Mit stoischer Ruhe hat er Schießerein, Malaria-Anfälle, Schikanen und Sandstürme über sich ergehen lassen, doch das Fluidum eines Abenteurers liegt ihm nicht. Er interessiert sich für die Leute und gewinnt ihr Vertrauen. Er sieht alles, auch die Korruption, das Verbrechen, die Epidemien und die mörderischen Kriege; er kennt alle Theorien, weiß alles über die Geschichte Afrikas, doch in erster Linie ist er ein Erzähler, der von diesem Kontinent nicht loskommt, weil er leidenschaftlichen Anteil an ihm nimmt. In diesem lang erwarteten Buch zieht er das Fazit aus einer vierzigjährigen Erfahrung, die wohl kein anderer Europäer aufzuweisen hat.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Mit grosser Begeisterung bespricht Michael Birnbaum die Passagen des Buches, in denen Kapuscinski das Alltägliche in Afrika beschreibt: Hüttendörfer, Garküchen, zufällige Gespräche, die Ansichten von einem Bauern, einer Marktfrau usw.. Dies beschreibe Kapuscinski in einer so plastischen Art und Weise, dass man "den klebrigen Dunst der Tropen" beim Lesen sogar riechen könne. Allerdings vermisst Birnbaum dann doch ein intensiveres Eingehen auf die politischen Ereignisse in Afrika, insbesondere die der letzten zwanzig Jahre. Es kommt ihm vor, als ob der Autor in "seinem" Afrika der fünfziger und sechziger Jahre verharrt wäre und die neueren Entwicklung nur indirekt zur Kenntnis genommen hätte.
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