Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ryszard Kapuscinski

Afrikanisches Fieber

Erfahrungen aus vierzig Jahren

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 382184177X
ISBN-13 9783821841779
Gebunden, 324 Seiten, 25,31 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Als Ryszard Kapuscinski im Jahre 1958 in Accra, der Hauptstadt von Ghana, landete, konnte er nicht ahnen, daß diese Reise der Beginn einer Passion war, die ihn bis auf den heutigen Tag nicht losgelassen hat. Heute sind seine Reportagen weltberühmt. Damals konnten sich seine polnischen Auftraggeber kaum die paar Dollars für Hotel und für den Fernschreiber leisten. Der Autor aß in Straßenküchen, hauste in den Vierteln der Afrikaner, setzte sich Bedingungen aus, die kein westlicher Korrespondent akzeptiert hätte.
Diese Nähe zur Realität hat er sich bis heute bewahrt. Zwar hat er Staatsgründungen, Putsche und Bürgerkriege miterlebt, Machthaber wie Nkrumah, Kenyatta und Idi Adim beobachtet, aber mehr noch hat ihn der Tumult des afrikanischen Alltags interessiert. Mit stoischer Ruhe hat er Schießerein, Malaria-Anfälle, Schikanen und Sandstürme über sich ergehen lassen, doch das Fluidum eines Abenteurers liegt ihm nicht. Er interessiert sich für die Leute und gewinnt ihr Vertrauen. Er sieht alles, auch die Korruption, das Verbrechen, die Epidemien und die mörderischen Kriege; er kennt alle Theorien, weiß alles über die Geschichte Afrikas, doch in erster Linie ist er ein Erzähler, der von diesem Kontinent nicht loskommt, weil er leidenschaftlichen Anteil an ihm nimmt. In diesem lang erwarteten Buch zieht er das Fazit aus einer vierzigjährigen Erfahrung, die wohl kein anderer Europäer aufzuweisen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

Mit grosser Begeisterung bespricht Michael Birnbaum die Passagen des Buches, in denen Kapuscinski das Alltägliche in Afrika beschreibt: Hüttendörfer, Garküchen, zufällige Gespräche, die Ansichten von einem Bauern, einer Marktfrau usw.. Dies beschreibe Kapuscinski in einer so plastischen Art und Weise, dass man "den klebrigen Dunst der Tropen" beim Lesen sogar riechen könne. Allerdings vermisst Birnbaum dann doch ein intensiveres Eingehen auf die politischen Ereignisse in Afrika, insbesondere die der letzten zwanzig Jahre. Es kommt ihm vor, als ob der Autor in "seinem" Afrika der fünfziger und sechziger Jahre verharrt wäre und die neueren Entwicklung nur indirekt zur Kenntnis genommen hätte.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren