Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Bei den Demonstrationen 2000 gegen die Rechtsregierung in Wien ging immer ein junges Paar. Sie trugen ein Plakat mit sich: "Gegen die tägliche Beleidigung" stand auf den Deckel einer Obstkiste geschrieben. Sie trugen das Plakat gemeinsam, eng aneinandergelehnt. Gegen die Verächtlichkeit von Macht ging es da. Gegen die sichtbare Beleidigung aller außerhalb der Gemeinschaft der Mächtigen. Aber wie kommt es zu Macht? In welchen Verhüllungen und Verkleidungen tritt sie auf? Marlene Streeruwitz übersetzt in einem Streifzug durch Texte der Hochkultur und des Trivialen diese Texte ins Wörtliche und kommt so der Architektur der Macht auf die Spur. Das ist eine leidenschaftliche Reise mit Hilfe von Verlangsamung und Untertönung, die Frage entlang, wie die Erzählung von der Macht weitergegeben wird. Das Ergebnis ist eine vorsichtige Eroberung ertragbarer Unsicherheiten und die Erkenntnisse daraus.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2005
In den von Marlene Streeruwitz zwischen 2001 und 2004 gehaltenen und in diesem Band versammelten Vorlesungen sieht Rezensent Günther Stocker eine gute Gelegenheit, die Autorin als politische Denkerin kennen zu lernen. Wenn auch nicht alles darin neu sei, etwa über die "spezifisch österreichischen Formen der Geschichtsklitterung" oder die Gründe für den Erfolg Haiders, so musste vieles davon nach Meinung des Rezensenten damals "einfach gesagt werden". Die besten Beiträge, etwa über die subtilen Formen österreichischer Machtausübung oder die moderne Gefühlskultur, lobt Stocker als "zugleich luzide und provokant".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004
Die beiden Österreicherinnen Marlene Streeruwitz und Elffriede Jelinek werden häufig verglichen: ihre radikal weibliche Sicht provoziert. Nun hat Jelinek den Literaturnobelpreis erhalten, mal sehen, ob Streeruwitz davon profitiert oder mehr ins Abseits gerät. Beiden Autorinnen ist eine politische Sicht der Welt zu eigen, die vor allem konservativen männlichen Kritikern oft nicht behagt. Verena Auffermann allerdings stört sich weniger an Streeruwitz' kämpferischem Geist und ihrem politischen Engagement als vielmehr an der dahinter sich verbergenden gekränkten Haltung, die Auffermann "schwer zu ertragen" findet. Doch schärft solches Gekränktsein von der Welt, von den Verhältnissen, von einer Textur, die aus Sicht der Autorin immer männlich gewirkt ist, den Blick und bringt analytische Fähigkeiten hervor, die sich durchaus sehen und lesen lassen können - das belegt der nun erschienene Essayband für Auffermann zweifelsfrei. Streeruwitz' Angst, ihr Engagement seien echt und nervenaufreibend, gesteht die Rezensentin ein, dafür aber auch produktiv. Allerdings vermisst sie bei Streeruwitz die Selbstironie, das sei ähnlich wie bei Jelinek, aber anders als ihre Kollegin wolle Streeruwitz ihre Geschlechtsgenossinnen nicht denunzieren. Marlene Streeruwitz habe das "Gewissen eines Schutzengels", schreibt Auffermann und erteilt damit der Autorin ein höchst zwiespältiges Kompliment.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen






