Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Füchse, Marder, Wildschweine, Falken, Biber, Waschbären, Grünfrösche - sie alle und mit ihnen viele andere wilde Tiere haben sich in den letzten Jahren auch dort häuslich eingerichtet, wo man sie nicht unbedingt vermuten würde: in den deutschen Großstädten. Regelmäßig berichtet die Presse von den wilden Mitbewohnern, denen die städtische Umgebung zur zweiten Natur geworden ist. Sie selbst scheinen sich an Mensch und Zivilisation schon sehr viel besser gewöhnt zu haben als umgekehrt. Der Biologe und Journalist Cord Riechelmann hat die Fährten der wilden Tiere aufgenommen und erzählt mit profundem Wissen und in vergnüglichem Ton vom wilden Stadtleben am Beispiel Berlins von den Falken, die im Turm des Rathauses nisten, von den perfiden Künsten, mit denen der Sprosser die städtischen Nachtigallen verführt, von den Betriebsunfällen nagender Biber und vom obskuren Wanderverhalten der Krähen, die alljährlich aus Sankt Petersburg zum Überwintern nach Deutschland kommen. Auf einer dem Buch beiliegenden CD ertönen darüber hinaus die Stimmen der wilden Tiere, von denen Cord Riechelmann erzählt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.01.2005
Hanns Zischler schwärmt geradezu von Cord Riechelmanns Buch "Wilde Tiere in der Großstadt". In einer "schönen, großen Momentaufnahme" halte der Biologe die Invasion von Fuchs, Wildbache, Elster, Eichelhäher, Steinkauz und anderen tierischen Neusiedlern Berlins fest. Aber für Zischler ist das Buch mehr als nur ein Protokoll der gegenwärtigen Synanthropien, der Lebensgemeinschaft von Mensch und Tier in der Großstadt. Er sieht in Riechelmanns Spaziergängen das "Brevier eines Flaneurs neuer Ordnung". Den besonderen Reiz dieser Wanderungen und Spaziergänge besteht für ihn in "einer Art Vexiertechnik der Beobachtung": "Was wir aufgrund einer gewissen Objekt- oder Kulissenfixierung in der Stadt nur am Rande wahrnehmen, die Fauna..., rückt und schiebt und schreibt Riechelmann in unser Blickfeld." Voller Begeisterung richte Riechelmann so die Aufmerksamkeit des Lesers auf bunte Treiben von Staren und Kröten, Ameisen und Wespen. Das Resümee des Rezensenten: "ein wunderbarer Leitfaden durch das neue Zusammenleben - und durch das neue Berlin."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.2004
Interessantes Buch, findet Rezensentin Mareen Linnartz. Cord Riechelmann stellt nämlich die wilden Tiere vor, die sich in jüngster Zeit in Berlin angesiedelt haben. Wildschweine beispielsweise, Biber, Nachtigallen und Teichfrösche. Dafür, dass sich diese Tiere ausgerechnet in der Hauptstadt wohl fühlen, gibt es einen einfachen Grund, hat unser Rezensent von Riechelmann gelernt: Aus Geldnot verzichtet die Stadt darauf, ihre Grünanlagen zu düngen und bietet den neuen Bewohnern so reichlich genießbares Futter. Manchmal ist Linnartz das ganze ein wenig zu wissenschaftlich erzählt, dennoch ist es dem Autor gelungen, sie in eine "faszinierende und bisweilen verstörende" Wildnis direkt in der Stadt mitzunehmen. Sogar Stare, die den Gesang der Polizeisirenen nachmachen, hat sie kennengelernt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.08.2004
Tim Bartels hat seinen Spaß an dieser Einführung in das Leben wilder Tiere in der Großstadt. Autor Cord Riechelmann ist von Hause aus Biologe und erkläre deshalb mit Sachkunde, aber auch viel Liebe zum "bunten Detail", wie und wo Tiere von Nachtigall bis Fuchs in der Stadt ihre Nische finden: Nämlich überall dort, wo der Abfall für einen reich gedeckten Tisch sorgt. Die Nachtigall beispielsweise scheint auch mit wenig attraktiven Brutgebieten leben zu können, erzählt Bartels, der von Riechelmann erfahren hat, dass immerhin 1.500 Brutpaare in Berlin leben. Im großen und ganzen, so unser Rezensent, freut sich Riechelmann über die tierischen Populationen und "bricht zumeist eine Lanze für deren Fortbestand in der Stadt". Bei gefährlichem Großwild ziehe der Autor jedoch eine Grenze: Wildschweine, die es im vergangenen Jahr ja schon zum Alexanderplatz geschafft haben, hält er für gefährlich und will sie erschossen sehen, berichtet Bartels.
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