Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 04.09.2010, 22.19 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

  • Mailen
  • Drucken
  • Merkzettel
  • Kommentieren

Walter van Rossum

Meine Sonntage mit 'Sabine Christiansen'

Wie das Palaver uns regiert

Cover: Meine Sonntage mit 'Sabine Christiansen'

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN-10 3462033948
ISBN-13 9783462033946
Kartoniert, 192 Seiten, 8,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Allsonntäglich entfaltet sich ab 20 Uhr die neue deutsche TV-Dreifaltigkeit: Tagesschau, Tatort, Talk mit Sabine Christiansen. Nach den Mythen der Tagesschau (Staatsmänner, Kriege, Katastrophen, Sport) und den tröstlichen Gewissheiten des Tatorts (Alle haben Dreck am Stecken) sondiert Sabine Christiansen das Gesellschaftsterrain. Unerbittlich stellt sie Fragen, die in das Dunkel unserer Zukunft weisen. Es treten auf: die Lobbyisten und ihre Statthalter im Parlament. Multimillionäre warnen davor, dass es kurz vor zwölf sei. Aber, bitte sehr, man könne ja auch ins Ausland gehen. Politiker führen entschlossen das Drama der Sachzwänge auf. Die große Koalition der Dauerreformer gibt sich die Ehre. Fast noch wichtiger als das, was gesagt wird, ist, was systematisch nicht gesagt wird. Komplexe Themen werden dramatisch vereinfacht und fortan in diese Richtung öffentlich diskutiert. Insofern eignet sich diese Sendung wie keine andere, um zu begreifen, wohin die Deutschland AG steuert.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.07.2004

Rezensentin Bettina Gaus klatscht in die Hände: Walter van Rossums kritische Auseinandersetzung mit Sabine Christiansens Polit-Talk ist offenbar Wasser auf ihre Mühlen. Ein "bitterböses Buch" habe Rossum da geschrieben, wenig ironisch, aber sehr "zornig" im Tonfall. Dabei gehe es ihm weniger um "Medienkritik" als vielmehr darum, der "tonangebenden Schicht in der Bundesrepublik" aufs Maul zu schauen und ihre Talk-Äußerungen auf "Wahrheitsgehalt" abzuklopfen. Und dabei erwerbe sich Rossum - so lobt die Rezensentin - das "Verdienst", zu den "ganz wenigen" zu gehören, die dem "Kaiser" in den neuen Kleidern sagen, dass er "nackt" ist. Beispielsweise zeige Rossum ebenso überzeugend wie "entlarvend" die Austauschbarkeit der politischen Positionen, indem er seine Leser raten lasse, von welchem Politiker welches Zitat stammt. Die Auflösung, so verrät Gaus, sei sehr "überraschend". Auch dass Rossum starke Zweifel an vermeintlich "unumstößlicher Wahrheit" meldet, zum Beispiel dem Zusammenhang von Steuersenkung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze, gefällt der Rezensentin sehr. Allerdings kritisiert Gaus, dass Rossum mitunter "über das Ziel" hinaus schieße: So grenze seine Betrachtung der Reaktionen auf den Tod Möllemanns schon an "Verschwörungstheorie". Doch alles in allem fällt dies für die Rezensentin nicht so sehr ins Gewicht, denn überwiegend fand sie hier: "Klare, wahre Worte."

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Kommentieren |

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Smile or DieBarbara Ehrenreich: Smile or Die
Aus dem Englischen von Gabriele Gockel und Barbara Steckhan. "Sei positiv! Optimisten leben länger! Der ...

Buch: Mein Leben in AspikSteven Uhly: Mein Leben in Aspik
Die Liebe ist schön. Die Liebe ist schrecklich. Die Suche nach den Wurzeln ihres Scheiterns führt in ...

Archiv: Bücherschauen

Dialoge (und Mono-, Tria-, Tetraloge)

04.09.2010: Viele lesenswerte Rezensionen heute in der NZZ. Atemberaubend erscheint ihr der Roman "Fegefeuer" der jungen finnischen Autorin Sofi Oksanen über die Gräuel in Estland nach dem Krieg. Nüchtern und informativ ist die NZZ-Besprechung zu Thilo Sarrazin. Spannend die Auseinandersetzung mit dem Romancier und Tagebuchautor Sandor Marai. Und faszinierend die Neuübersetzung von William Gaddis' Roman "JR". Die FAZ bringt die erste Besprechung von Jonathan Franzens "Freiheit'": Simply ein Must.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Hannah Arendt, Gershom Scholem: Der Briefwechsel

30.08.2010: Von 1939 bis 1964 führten Hannah Arendt und Gershom Scholem einen intensiven Briefwechsel, in dem sie sich über jüdische Geschichte und jüdisches Selbstverständnis auseinandersetzten. Lesen Sie hier Auszüge aus der Korrespondenz, in denen es um Walter Benjamins Tod und Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" geht. Mehr lesen

Elisabeth Badinter: Der Konflikt

23.08.2010: Frauen sollten wieder zurück zu Heim und Herd. Diesmal nicht, um den Mann zu umsorgen, sondern das Kind. Unter dem Banner der Natürlichkeit werden die Ansprüche an die gute Mutter so in die Höhe geschraubt, dass Frauen ihre Freiheiten wieder zu verlieren drohen, fürchtet Elisabeth Badinter. Lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem neuen Buch "Der Konflikt".
Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Patagonische Gespenster

19.08.2010: Die argentinische Journalistin Maria Sonia Cristoff bereist  Patagonien und berichtet von den Menschen, die es dorthin verschlagen hat, in diese gottverlassenen Landschaften am anderen Ende der Welt. Lesen Sie hier einen Auszug aus: "Patagonische Gespenster". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren