Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Die Geschichte der Dohnanyis gehört zu den bewegendsten Kapiteln, die es über große deutsche Familien zu erzählen gibt. Familiengeschichte bedeutet in diesem Fall die einzigartige Verknüpfung von Zeitläuften und Lebensläufen, von Mut und Begabung, von politischem Engagement und musikalischem Talent. 125 Jahre und drei Generationen nimmt der Historiker Jochen Thies in den Blick und spannt den Bogen von der k. u. k.-Monarchie über das Berlin des späten Kaiserreichs und der Weimarer Republik, das Dritte Reich und den zweiten Weltkrieg bis hin zur Bundesrepublik unserer Tage.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.06.2005
Jochen Thies' Geschichte der "Dohnanyis" unterscheide sich von den gängigen Human Touch-Familiengeschichten, wirbt Norbert Seitz für diese ungewöhnliche Familiengeschichte des Rundfunkjournalisten Jochen Thies, der ein "bewegendes" Porträt der "Weltbürger"-Familie von Dohnayi verfasst hat, das über drei Generationen geht. Eine Familie zwischen Kunst und Politik, fasst Seitz zusammen. Sie beginnt mit Ernst von Dohnanyi, dem Dirigenten und Komponisten aus dem heutigen Bratislava, der in die USA auswanderte, so der Rezensent; sie stelle dann seinen Sohn Hans von Dohnanyi in den Mittelpunkt, einen Juristen, der von den Nazis als Widerstandskämpfer hingerichtet wurde, und beschäftige sich mit dessen beiden Söhnen, dem einstigen Ersten Bürgermeister von Hamburg, Klaus von Dohannyi, und dem Dirigenten Christoph von Dohnanyi. Häufig gerieten solche Familienbiografien zu ehrerbietig oder zu wenig informativ, meint Seitz. Thies aber sei eine "abgewogene Familiengeschichte" gelungen, betont er, wenn auch Ernst und Hans von Dohnanyi für seinen Geschmack etwas zu gut wegkommen. Das Verhältnis zu den Brüdern Klaus und Christoph von Dohanyi scheint nicht ganz so einvernehmlich geendet zu haben, berichtet Seitz, denn Klaus von Dohnanyi habe darauf bestanden, das Buch alleine - ohne den Autor - präsentieren zu dürfen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2004
Angetan zeigt sich Rezensent Rainer Blasius von dieser Familiengeschichte der Dohnanyis über drei Generationen, die Jochen Thies hier vorgelegt hat. Im Wesentlichen begnügt er sich freilich damit, das Gelesene nachzuerzählen. Ausführlich berichtet er etwa vom Schicksal Hans von Dohnanyis, der als enger Mitarbeiter des Reichsjustizministers Franz Gürtner den verbrecherischen Charakter des "Dritten Reiches" früh erkannte, belastende Dokumente sammelte, um der NS-Führung nach einem Umsturz den Prozess machen zu können, und sich auch sonst im Widerstand gegen Hitler engagierte. Darüber geriet er schließlich in die Fänge des Regimes und wurde wenige Wochen vor Kriegsende im Konzentrationslager Sachsenhausen hingerichtet. Hier und in den Kapiteln über den Komponisten, Pianisten und Dirigenten Ernst von Dohnanyi laufe Thies zu Hochform auf, erzähle "einfühlsam und packend", lobt Blasius. Thies' Porträt des SPD-Politikers und Großbürgers Klaus von Dohnanyis erscheint ihm dagegen etwas "blass".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.07.2004
Hans Werner Kilz hat diese Biografie von vier Vertretern der Familie Dohnanyi, vom Komponisten Ernst von Dohnanyi über den Widerstandskämpfer im Dritten Reich Hans bis zu dessen Söhnen Klaus und Christoph mit großem Interesse gelesen, einiges hat ihn daran aber durchaus gestört und irritiert. So findet der Rezensent es schlichtweg "unverständlich und auch unbefriedigend", dass der Autor Jochen Thies sich in seiner Familiengeschichte auf die männlichen Familienmitglieder beschränkt und die durchaus einflussreichen und wichtigen Frauen der Familie ignoriert. Ebenfalls für vernachlässigt hält Kilz die Rolle, die der Tod von Hans von Dohnanyi, der im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet wurde, im Leben seiner Söhne spielte. Der Rezensent kann sich zudem vorstellen, dass Klaus und Christoph von Dohnanyi mit einigen Schlussfolgerungen ihres Biografen nicht recht einverstanden waren, den erinnert die Geschichte der Familie nämlich an die Buddenbrooks, die sich durch "permanente Überanstrengung während drei Generationen" schließlich in der "drauf folgenden Generation erschöpft hat".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








