Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Laura Kipnis
Liebe - Eine Abrechnung
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Sonja Schuhmacher und Thomas Wollermann. Wie konnte sich das Wort "Beziehungsarbeit" in unseren Alltag schleichen - wo ist nur die Lust geblieben? Warum wandelte sich das Heim in einen emotionalen Gulag? Wieso überhäufen sich Paare mit Einschränkungen persönlicher Freiheiten, sodass man versucht ist, die Genfer Konventionen auf den Plan zu rufen? Hatten wir nicht von Liebe gesprochen? Laura Kipnis zeigt, wie gern wir uns selbst belügen, wenn es um Liebe geht. Hinter ihrer Polemik aber steht ihr großer Wunsch: die Liebe aus der Zwangsjacke zu befreien.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.10.2004
Warum in aller Welt meinen die Verlage, sie müssten einen jeden Haushalt mit "Leitfäden für ein erfülltes Privatleben" bestücken, , fragt entgeistert die Rezensentin Bettina Engels. Immerhin wehe bei der Medienwissenschaftlerin Laura Kipnis so etwas wie der "frische Wind der Polemik", wenn sie mit "dem Ideal lebenslanger Liebe" (dem "Narkotikum kapitalistischer Gleichschaltung") abrechne. In der Tat gehe es Kipnis nicht um eine "Stabilisierung der Partnerschaft", sondern darum, das Sexualleben schmerzlos von seinem "romantischen Überbau", der Liebe, zu befreien (was die Rezensentin einigermaßen veraltet findet). Das Schlagwort der "Stabilisierung der Partnerschaft" und die damit einhergehende Forderung nach "Beziehungsarbeit" werte Kipnis sowieso als Symptom einer "protestantischen Arbeitsethik", als eine in den psychologisierenden Diskurs aufgenommene Zementierung der bestehenden sozialen Strukturen. Einen wirklichen Höhepunkt dieses netten, aber doch eher überraschungsarmen Essays sieht die Rezensentin in Kipnis' Beschreibung der Rituale des in den USA seit den Neunzigern gepflegten "ehezentrierten Politikstils".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2004
Dieser "Abrechung" der ehelichen Liebesbeziehung von Laura Kipnis kann Eberhard Rathgeb nichts abgewinnen. Die amerikanische Autorin propagiert zur Verhinderung von Beziehungsfrust statt auf "Beziehungsarbeit" und Ehetherapie lächelnd auf den "Seitensprung", damit wieder frischer Wind in die erkaltete Lust kommt, referiert der Rezensent ohne Begeisterung. Zudem rät sie, und das erscheint Rathgeb in der heutigen Zeit bemerkenswert, zum "Kapital" von Karl Marx als Lektüre, um die Liebesbeziehung als "entfremdete Arbeit" zu entlarven. Der Rezensent gibt bei allen gutgemeinten Tipps der Autorin zu bedenken, dass es heute kaum einem Paar schwer fällt, sich von einer gescheiterten Ehe zu lösen, und dem Hinweis Kipnis', für Kinder sei es mitunter besser, wenn sich Eltern trennen, hält er entgegen, dass sich offenbar nur wenig Eltern durch Kinder von einer Trennung abhalten lassen. Rathgeb gesteht eine gewisse Ermüdung mit dem Buch ein, dem er bei allzu "saloppem Stil" auch "magere, mangelnde Konsequenz des Denkens" vorwirft, und er fragt sich, worauf Kipnis eigentlich hinaus will. Die Autorin verliert vor allem in der "soziologischen Durchschnittlichkeit" ihrer Argumente ihr eigentliches Thema, die Liebe, aus dem Blick, moniert der Rezensent, der die Ausführungen von Kipnis als "etwas kindisch" verurteilt.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







